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EU-Gesetzgebung

75 Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe gefährdet

aiz
am
25.10.2016

Wien - Die Umstellung vom risiko- auf den gefahrenbasierten Ansatz bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in der EU könnte den Verlust von 75 der insgesamt 400 Wirkstoffe bedeuten.

Raps spritzen

Das ist das Ergebnis einer Studie zu den Auswirkungen von gefahrenbasierter Gesetzgebung für Pflanzenschutzmittel in Europa (Originaltitel: "Cumulative impact of hazard-based legislation on Crop Protection Products in Europe"), die im Auftrag der European Crop Protection Association (ECPA) erstellt und gestern in Wien präsentiert wu rde. "Die 75 Wirkstoffe tragen in Europa bei den sieben untersuchten Hauptkulturen zu einem Gesamtertrag von 96 Mio. t beziehungsweise 15 Mrd. Euro bei. Gehen diese verloren, ist bei Gerste, Weizen, Raps, Mais und Trauben ein Ernteverlust von bis zu 20% zu erwarten, bei Kartoffeln und Zuckerrübe sogar bis zu 40%. Bei den 24 Sonderkulturen variiert der Mehrertrag durch die Wirkstoffe pro ha zwischen 40 und 100%, das entspricht einem Gesamtvolumen von 12 Mio. t", erläuterte Studienautorin Hedda Eggeling von Steward Redqueen, einer Unternehmensberatung in den Niederladen. Untersucht wurden neun EU-Agrarmärkte (Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Polen, Spanien, Italien, Niederlande, Irland und Österreich). Die Ergebnisse wurden auf die gesamte EU hochgerechnet.

Die Gewinne der Landwirte würden bei einem Verlust der Wirkstoffe durch geringere Erträge sowie steigende Arbeits- und Produktionskosten um 17 Mrd. Euro sinken, wovon 15 Mrd. Euro auf geringere Umsätze und 2 Mrd. auf höhere Kosten entfallen. Die Wirtschaftlichkeit würde sich damit um 40% reduzieren. "In der Landwirtschaft wären in Europa insgesamt eine halbe Million Jobs in Gefahr.

Durch die zusätzlich notwendigen landwirtschaftlich genutzten Flächen und die häufige Anwendung von alternativen Substanzen, um dieselbe Ertragsmenge zu produzieren, würde zudem mehr CO2 ausgestoßen, weshalb das Erreichen der CO2-Reduktionsziele der EU gefährdet sei. Die zusätzlich ausgestoßenen Emissionen würden an CO2-Äquivalenten 500 Mio. Euro betragen, ergänzte Eggeling.

"Die EU will eine grünere Landwirtschaft, für die die Ziele mit einem gefahrenbasierten Ansatz schwieriger zu erreichen sind. Es wäre also fahrlässig, auf der einen Seite Wirkstoffe zu verbieten und auf der anderen Seite Innovationen durch Bürokratie zu erschweren, deshalb sollten die Rahmenbedingungen, um Wirkstoffe zu entwickeln, verbessert werden, um so entstehende Lücken rasch zu schließen", betonte die Wirschaftsökonomin.

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