Login
Generhaltung

Alte Sorte – neuer Trend?

Alte Pflanzen
Thumbnail
Ulrich Graf, Wochenblatt
am
10.07.2018

Pflanzen mit altem genetischen Material könnten zum neuen Trend werden.

„Die ursprünglichen bayerischen Getreide- und Maissorten, die sich durch jahrhundertelange, bäuerliche Selektion an die Region adaptierten, und heute in Genbanken lagern, drohten verloren zu gehen“, stellt Dr. Klaus Fleißner von der LfL Bayern fest. Weiter gab er zu verstehen, dass der genetische Wert dieser kulturhistorischen Ressourcen unschätzbar sei.

Seit mehreren Jahren wird von der LfL an der Restaurierung und Dokumentation der alten Mais Landsorten sowie an der On-Farm Erhaltung durch Inwertsetzung gearbeitet. „Das allmähliche Verschwinden der Population von Mais war Anlass, neue Populationen zu entwickeln“, erklärte Dr. Barbara Eder (LfL). Auch bei den selbstbefruchtenden Getreiden Weizen, Hafer und Gerste gibt es Vorarbeiten, um der Landwirtschaft Populationen dieser Arten zur Verfügung zu stellen.

Die Körnernutzung alter, an die lokalen Klimabedingungen angepasster Mais- und Getreidesorten ist besonders für die Entwicklung innovativer regionaler Produkte interessant. Aber auch die energetische Verwertung des Strohs alter Getreidesorten könnte aufgrund eines sehr hohen Strohanteils denkbar sein.

Energetische Nutzung

Mit der energetischen Nutzung als Biogassubstrat bereichert der heutige Getreideanbau die Fruchtfolge schon jetzt. Ein gemeinsamer Anbau mit Leguminosen kann Blühakzente setzen. Weiter wurde den Besuchern verdeutlicht, dass die Etablierung von Dauerkulturen und Wildpflanzenmischungen ebenfalls zu positiven Effekten in der Umwelt führen.

Für Säugetiere, Vögel und Insekten stellen sie Nahrungsquelle, Lebensraum und Schutz in einem bereit. Als weitere Vorteile der Dauerkulturen nennt Ulrich Deuter vom Technologie- und Förderzentrum in Straubing (TFZ) die reduzierte Bodenbearbeitung, den verminderter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sowie seine positive Auswirkung zum Schutz von Boden und Wasser.

Bei den „Informations- und Demonstrationszentren Energiepflanzenanbau“ (I&D Energiepflanze) handelt sich um ein Kooperationsprojekt zwischen der LfL in Freising, dem TFZ in Straubing und der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim. Jeder der drei Projektpartner verfolgt einen anderen Forschungsansatz zur vielfältigen Biogassubstratproduktion und zeigt diesen auf den Demonstrationsflächen. Die Höhere Landbauschule Rotthalmünster ist einer von bayernweit neun Standorten, die die Vielfalt im Energiepflanzenanbau präsentieren.

Auch interessant