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Ackerbau

Arbeitsreiche Fruchtfolge

Kind mit Kartoffel
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Hans Dreier, Wochenblatt
am
11.01.2018

Die Erfindung der Fruchtfolge in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in England läutete die erste grüne Revolution ein.

Die „gute alte Zeit“ kannte bis dahin nur den Getreideanbau in Monokultur: Wintergetreide, Sommergetreide, Brache. Die Idee, ein Drittel der Ackerfläche nicht mehr brachzulegen, sondern mit Kartoffeln oder Klee und anderen stickstoffsammelnden Pflanzen zu bestellen, führte zu einer enormen Produktionssteigerung.

Aus pflanzenbaulicher Sicht perfekte Fruchtfolgen kamen freilich damals so wenig wie heute zur Anwendung. Der Grund: In Klein- und Nebenerwerbsbetrieben mit 5, 10 oder 30 ha ist der Anbau von beispielsweise sieben verschiedenen Fruchtarten organisatorisch schwer umsetzbar. Wer es dennoch macht, verzettelt sich leicht und gerät schnell in eine gefährliche Arbeitsfalle.

Der zunehmende Aufwand für Bestandskontrolle, Einkauf oder Vermarktung ist bis heute das Haupthindernis für eine Erweiterung der Fruchtfolgen. Insbesondere der Anteil der Maschinenrüstzeiten steigt mit jeder weiteren Frucht enorm an. Wenn die Vor- und Nacharbeiten (Ankoppeln, Einstellen, Fahrt zum Feld, anschließend Reinigung und Wartung) länger dauern als die eigentliche Arbeit auf dem Feld, wird die Fruchtfolge schnell zur Makulatur.

Eine vielfältige Fruchtfolge ist deshalb in flächenstarken Betrieben besser umsetzbar als auf kleinen Höfen. Nur dann verbleibt pro Frucht genügend Fläche, um den Organisationsaufwand zu rechtfertigen.

Doch hier hat sich in den letzten Jahren viel getan. Das starke Flächenwachstum versetzt viele Betriebe inzwischen in die Lage, über eine Erweiterung der Fruchtfolgen nachzudenken. Die Förderung über das Kulturlandschaftsprogramm ist ein willkommener Anreiz, Pflanzenbau und Ökonomie in Einklang zu bringen.

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