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Umwelt

Auflagen beachten

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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
02.03.2017

München - Auflagen im Pflanzenschutz müssen beachtet werden. Daran gibt es nichts zu rütteln.

Wolfgang Piller

Dabei sind die sogenannten Hangauflagen besonders lästig. Sie können nicht durch den Einsatz besonderer Technik wie abdriftmindernde Düsen eingehalten werden. Randstreifen anlegen bedeutet fast immer einen Teil der Ackerfläche aus der Produktion zu nehmen. Die Alternative Mulch- und Direktsaat hat immer das Risiko, dass die Mulchauflage nicht den Vorschriften genügt. Das führt unter Umständen dann dazu, dass Mittel mit Hangauflage gar nicht eingesetzt werden dürfen.

Als Ackerbauer ist es schwer, den bürokratischen Geist immer nachzuvollziehen. Allzu oft führt die eine gut gemeinte Vorschrift zu negativen Folgen in einem anderen Bereich. Hier etwa zu nochmals erschwerten Resistenzstrategien. Noch dazu wird mancher einen „Hang“ mit zwei Prozent Neigung eher als „Ebene“ einstufen. Die Versuchung ist groß, die Auflagen großzügig auszulegen.

Doch abgesehen davon, dass ab der kommenden Saison Kontrollen genau dieser Auflage angekündigt sind, ist das Nicht-Beachten von Pflanzenschutzauflagen kein Kavaliersdelikt. Die Umwelt so gut wie möglich zu schützen, gehört schlicht und einfach zu den Pflichten all jener, die in und mit ihr arbeiten. Und: Man muss kein Prophet sein, dass der chemische Pflanzenschutz noch mehr, als er es jetzt schon ist, ins Visier der kritischen Öffentlichkeit gerät. Die wenigsten Nicht-Landwirte verstehen, warum Pflanzenschutzmittel überhaupt eingesetzt werden. Jeder Unfall wird am medialen Pranger stehen, wenn er bekannt wird. Niemand sollte dann zugeben müssen, fahrlässig gehandelt zu haben. Wenn demnächst die Düngeverordnung durch ist, werden die NGOs ihre Blicke auf die Belastung der Gewässer mit Pflanzenschutzmitteln richten. Jeder „Fall“ schadet dann nicht nur dem einzelnen Landwirt, sondern auch dem ganzen Berufsstand.

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