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Blühende Rahmen

Was machen die Bauern da?

Blühende Pflanzen um Maisfeld
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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
13.10.2016

München - Kilometerlange, bunt blühende Streifen schmücken in Bayern viele Maisfelder. Geschickte Landwirte nutzen das nicht nur für die Imagepflege, sondern stellen sich einem Wettbewerb. Ganz zu schweigen vom Nutzen für die Umwelt.

Einen besseren Rahmen für die Auszeichnung von Gewinnern eines landwirtschaftlichen Wettbewerbs gab es heuer nicht: Beim Zentral-Landwirtschaftsfest hielt Bauernpräsident Walter Heidl die Laudatio auf die drei Gewinner des BBV-Wettbewerbs Blühende Rahmen. „Viele haben sich zu Beginn gedacht, was machen die Bauern da?“, erinnerte Heidl, heute seien die Blühstreifen rund um die Maisäcker und andere Felder in vielen Regionen schon ein gewohntes Bild. 8.500 ha Kulap-Blühflächen hatte es heuer gegeben, die genaue Fläche oder Länge der blühenden Rahmen um die Äcker sind hingegen nicht genau bekannt.

Umso besser bekannt sind mittlerweile die Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs, den der BBV gemeinsam mit dem Landesverband Bayerischer Imker und mit Unterstützung der BayWa AG sowie der BSV Saaten die erneut die Preise stifteten, ausrichtete. Den ersten Preis erhielt Matthias Untermayer aus Truchtlaching im Landkreis Traunstein. Er überzeugte die Jury mit einem Blühstreifenkonzept, das nicht nur seine gesamten Maisfelder einschloss, sondern auch zum regionalen „Jahr der Biene“ und zum benachbarten Museumsdorf passte – sozusagen Maximalausbeute in Sachen Imagewerbung. Den zweiten Preis erhielt Leonhard Rösel aus Neukirchen im Landkreis Amberg-Sulzbach. Er sät seit vier Jahren Blühstreifen um seine Maisfelder. Weitere Blühflächen, u. a. mit Phacelia und Buchweizen, schaffen weitere Nahrungsquellen für Bienen und andere Insekten. Dabei arbeitet Rösel mit einem Imker zusammen, was ganz besonders auch Eckhard Radke vom Landesverband bayerischer Imker freute.

Über den dritten Preis konnte sich Anna Schönberger aus Werberg-Köblitz im Landkreis Schwandorf freuen. Sie freut sich, wenn Spaziergänger von ihren kilometerlangen Blühstreifen Blumen mitnehmen. Die fehlen zwar dann den Insekten, doch für diese dürften noch genug Pollenquellen übrig bleiben.

Besonders zu erwähnen wären weitere Bewerber. So hat sich Florian Eichenseer von seinem letztjährigen dritten Platz so motiviert gefühlt, dass er auch heuer wieder teilnahm. Auch sein Beitrag wäre – wie etliche andere auch – durchaus preiswürdig gewesen. Johann Schießl aus Nabburg im Landkreis Schwandorf arbeitete für seine Blühstreifen um die Kartoffelfelder mit seinem Verarbeiter, der Chipsfabrik Lorenz Snackworld zusammen – auch das ist eine nachahmenswerte Aktion. Dafür wird es im nächsten Jahr wieder jede Menge Raum und Gelegenheit geben. Auch der Wettbewerb wird wieder angeboten werden. Landwirte sollten also von ihren blühenden Rahmen schöne Fotos machen und überzeugend erklären, wie und warum sie diese anlegen.

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