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Ernteprognose

Bayern: Unterdurchschnittliche Ernte erwartet

Weizenernte
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Karola Meeder, Wochenblatt
am
06.07.2018

In diesem Jahr hat das Wetter wieder mal verrückt gespielt. Vielerorts waren die Niederschlagsmengen viel zu gering und die Temperaturen zu hoch. Besonders extrem war die Situation im April – und damit in dem für Natur und Landwirtschaft so wichtigen Wachstumsmonat.

In Bayern fielen nur 40 Prozent der üblichen Niederschläge. Gleichzeitig war es der heißeste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. „Diese extreme Wettersituation sowie viele Unwetter und andere Wetterkapriolen spüren die bayerischen Bauern nun schmerzlich bei der Ernte.“, sagte Bauernpräsident Walter Heidl in Neufahrn im Landkreis Freising bei der gemeinsamen Erntepressefahrt mit der bayerischen Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber. „Wir rechnen deshalb heuer mit einer leicht unterdurchschnittlichen Ernte“, so Heidl. Damit wird die Erntemenge etwas unter dem langjährigen Mittel von 6,7 Mio. Tonnen (ohne Körnermais) oder 72 dt/Hektar liegen.

Es gibt bayernweit extreme Unterschiede

„Die Wärme und ungewöhnlich viele Sonnenstunden sorgten für schnelles Wachstum – zumindest dort, wo der Boden etwas Wasser speichern konnte“, sagte BBV-Getreidepräsident Hermann Greif. „Unsere Ernteumfragen zeigen, dass es bayernweit extreme Unterschiede gibt. Sie hängen mit der Qualität des Bodens, mit lokalen Niederschlägen und teils gravierenden Unwetterschäden zusammen.“ Aus einigen Gegenden Niederbayerns wird von starken Hagelschäden und Ausfällen von bis zu 90 Prozent berichtet. Beim Raps, in dessen Blütezeit es ungewöhnlich trocken und heiß war, berichten die Bauern beinahe bayernweit von enormen Problemen. Insbesondere die Knospenwelke, aber auch Schädlinge lassen den Ertrag in diesem Jahr schrumpfen.

Der Blick über Bayern hinaus zeigt, dass die Ernte auch in anderen Ländern von Wetterkapriolen geprägt ist: im Westen war es zu nass, im Osten zu trocken. Europaweit wird deshalb mit kleineren Erntemengen gerechnet. „Der relativ günstige Euro-Kurs im Vergleich zum US-Dollar stützt gleichzeitig die Exportsituation der EU“, sagte Greif. „Darum erwarten wir für 2018 einen Abbau der EU-Lagerbestände und sehen beim Getreidepreis Luft nach oben.“

Mit Material von BBV
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