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Kartoffeln

Bio Kartoffeln im Aufwärtstrend

von , am
09.01.2015

<b>Trebel</b> - Werden heimische Biokartoffeln bald knapp?

© BKE
Landwirte, Packbetriebe und Vermarkter zeigen sich über die Absatzentwicklung sehr zufrieden. Die noch vorhandenen Mengen in den Kartoffellägern sind laut dem Verband der Bio Kartoffel Erzeuger e. V. überschaubar. Von einer Übermenge bei Biokartoffeln sei längst nicht mehr die Rede. Marktorientierte Vermarkter reservieren sich jetzt die verbleibenden guten Partien, denn der Handel setzt weiterhin verstärkt auf heimische Ware. Zum Teil werden jetzt schon Preise über den handelsüblichen Notierungen gezahlt, weil Bioware knapper wird.
Im Kartoffelhandel gibt es einen alten Spruch: „Eine kleine Ernte wird nie alle, eine gute Ernte reicht nicht aus“. Scheinbar bestätigt sich diese Weisheit auch in diesem Jahr wieder. Nach Abschluss der Biokartoffelernte im September letzten Jahres ist der Bio Kartoffel Erzeuger e.V. von einer eher durchschnittlichen Erntemenge ausgegangen. Anhand von Betriebsbesuchen und Erntemengenerhebungen bei den Mitgliedern mit ca. 2400 ha Biokartoffelanbaufläche, war schon sehr früh ein genauer Überblick über Mengen und Qualitäten vorhanden. In den Medien wurde aber nur von einer sehr guten Ernte berichtet, ohne Differenzierung ob es sich um konventionelle oder Bioware handelt. Mit fatalen Folgen für die Preisentwicklung im gesamten Markt und einem historischen Tiefstand im Biobereich. Nach einem ruinösen Preisverfall im September gab es eine Kehrtwende, letztlich auch mit Unterstützung von einzelnen Vermarktern und Handelsketten. Selbst Discounter, die in der Regel unter hohem Preisdruck stehen, waren bereit, mehr für heimische Bioware zu bezahlen. Hier wurde immer wieder deutlich, dass der Biomarkt und der konventionelle Bereich, auch bei gleichen Produkten, nicht vergleichbar sind. Sehr unterschiedliche Produktionsbedingungen und naturbedingte Einflüsse, wie Schädlinge und Pilzbefall, reduzieren im ökologischen Landbau die tatsächlichen Erntemengen teilweise erheblich.
Das hat auch der Handel realisiert. Bisher wurden die Preise für Produkte aus kontrolliert ökologischer Landwirtschaft oft nach dem Schema: halber Ertrag – doppelter Preis kalkuliert. Die Entkopplung des Preises für Biokartoffeln vom konventionellen Markt war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Dennoch räumt Monika Tietke Geschäftsführerin vom Bio Kartoffel Erzeuger Verein ein: "Es gibt inzwischen Alternativen zum Kartoffelanbau. Eiweißfrüchte, wie z.B. Soja, finden immer mehr Beachtung in der Fruchtfolge. Mais ist gefragt und durch neue Züchtungen auch in nördlicheren Regionen sehr attraktiv. Bei den derzeitigen Kartoffelpreisen wird es bei einigen Betrieben eine Veränderung im Anbauplan geben." (pd)
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