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Kartoffeln

Biokartoffeln: Ernte mit Hindernissen

von , am
22.09.2015

<b>Trebel</b> - Nach einem sehr guten Start in die Biokartoffelsaison 2015/2016, geht die Ernte witterungsbedingt jetzt nur schleppend voran.

© BKE
Im Norden behindern seit knapp zwei Wochen anhaltende Schauer die Erntearbeiten, im Süden warten die Bauern auf Regen, damit die viel zu trockenen und verhärteten Kartoffeldämme wieder befahrbar werden. Die Folgen dieser Verzögerung sind überall gleich, bleiben die Kartoffeln zu lange im Boden, leidet die Qualität, denn der beste Platz für die Kartoffel ist nicht mehr der Acker.
Je länger die Knollen auf dem Feld bleiben, desto höher wird das Risiko, dass der Drahtwurm Löcher in die Schale bohrt und so Pilze in die Kartoffel eindringen können. Das Ergebnis sind schwarze Stellen, die teilweise die ganze Knolle zerstören. Bisher waren die Ernteergebnisse in der Mitte Deutschlands durchschnittlich, in Bayern und Schleswig dagegen katastrophal.
Besonders im Süden hat es im Frühjahr sehr viel geregnet, durch die große Hitzewelle im Juni und Juli wurden die Kartoffeldämme dann hart wie Beton. Nur durch entsprechende Niederschläge oder auch Beregnungseinsätze kann der Boden wieder aufgeweicht und die Kartoffeln ohne größere Beschädigungen gerodet werden. Zügiges Roden ist so unmöglich, auch die Anforderungen an Nacherntebehandlungen, wie das Abtrocknen der Knollen, sind dadurch umfangreicher.
Eine abschließende Beurteilung der Qualitäten kann erst mit dem Abschluss der Erntearbeiten erfolgen. Nach ersten Ernteerhebungen in Bayern muss aber mit einer Einbuße von mehr als 50% bei dem sonst üblichen Durchschnittsertrag gerechnet werden.
 
Bio Kartoffeln wieder voll im Trend
Gleichzeitig steigt die Nachfrage bundesweitweit nach deutschen Biokartoffeln, laut der AMI ist der mengenmäßige Absatz im Juli 2015 über 20% im Verhältnis zum Vorjahr gestiegen. Und der Handel hat schon jetzt deutlich gemacht und dies teilweise auch vertraglich abgesichert, dass eine Belieferung mit deutschen Biokartoffeln möglichst lange erfolgen soll.
Diese positiven Trends verstärken die Erwartung der Erzeuger, dass die gute und marktgerechte Preisentwicklung anhält. Viele Betriebe müssen damit nicht nur die witterungsbedingten Einbußen in diesem Jahr auffangen, fast alle Erzeuger haben immer noch mit den Nachwirkungen der letzten Saison mit teilweise ruinösen Preisen zu kämpfen. Nur ein stabiler Erzeugerpreis ist der Garant dafür, dass es auch weiterhin eine Liefersicherheit für deutsche Biokartoffeln gibt und eine Anpassung der Anbaufläche erfolgen kann.
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