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Ackerbau

Bodenfruchtbarkeit - Nicole hatte Recht

Saatbettbereitung
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Karola Meeder, Wochenblatt
am
19.07.2018

Die alten Fruchtfolgegrundsätze wieder ernst zu nehmen, wäre ein erster Schritt, die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern.

Karola Meeder

Flieg nicht so hoch mein kleiner Freund“ – mit ihrem Lied hat Nicole sicher nicht die Landwirtschaft besungen. Trotzdem passt die Mahnung gut zur aktuellen Situation. Natürlich wird nur der erfolgreich sein, der stetig versucht, sich zu verbessern.

Doch wer immer höher, schneller und besser sein will und dabei ein gesundes Maß verliert, muss mit einer Bruchlandung rechnen – so wie es sich im Ackerbau andeutet: Wären Pflanzenschutzmittel rein zur Ertragsabsicherung eingesetzt worden und nicht als Legitimation für immer engere Fruchtfolgen, dann wären Resistenzen sicherlich nicht so präsent, wie sie es leider sind. Und auch der Boden macht vielerorts nicht mehr mit. Denn im Vordergrund stehen die Erträge und innerhalb der Fruchtfolge soll der höchstmögliche Deckungsbeitrag erreicht werden.

Dabei merken manche nicht, wie sie sich langsam aber sicher ihre Grundlage entziehen – nämlich die Bodenfruchtbarkeit. Zugegeben, an engen Fruchtfolgen allein liegt das nicht. Aber die alten Fruchtfolgegrundsätze wieder ernst zu nehmen, wäre ein erster Schritt, die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern – überhaupt würde die Rückbesinnung auf altes Wissen helfen. Denn wie unsere Böden funktionieren, was sie brauchen und was sie schädigt, wissen wir schon lange – nur beachtet wird es zu selten.

Um so schöner ist es, dass bei vielen Landwirten ein Umdenken begonnen hat. Veranstaltungen zum Thema Boden sind gut besucht – und das nicht wegen einer deftigen Brotzeit. Die Fragen, die die Praktiker stellen und die Diskussionen, die sich auf solchen Veranstaltungen ergeben, zeigen, dass der Boden wieder in den Fokus rückt. Unter welcher Überschrift das stattfindet – sei es konservierende Bodenbearbeitung, regenerative Landwirtschaft oder Ökolandbau – ist eher eine „Glaubensfrage“ und nicht so wichtig. Was zählt ist, dass der Boden in der Praxis wieder wertgeschätzt wird – ein wichtiger Schritt, die Bruchlandung zu vermeiden.

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