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Nährstoffe

Bodenuntersuchung - EUF nicht nur für die Rüben

Probeziehung-GPS-Herbst_B
Verband bayerischerZuckerrübenanbauer e. V.
am
31.10.2018

EUF-Bodenuntersuchung: Ursprünglich für den Zuckerrübenanbau entwickelt, wird das Verfahren mittlerweile bei nahezu allen Kulturen – und von über 10 000 Betrieben in Deutschland – verwendet. Was es kann, lesen Sie hier.

Die Bodenuntersuchung nach dem EUF-Verfahren ist seit über 35 Jahren ein wichtiges Instrument für die bedarfsgerechte Düngung in der Landwirtschaft. Ursprünglich für die Qualitätsverbesserung im Zuckerrübenanbau entwickelt, wird das EUF-Verfahren heute praktisch bei allen Kulturen und in zahlreichen Ländern Europas angewandt. Allein in Deutschland nutzen jedes Jahr weit über 10 000 Betriebe die EUF Bodenuntersuchung auf einer Fläche von gut 180 000 ha.
EUF ist auch Bestandteil der neuen Düngeverordnung (DüV): Die DüV weist explizit das EUF-Verfahren als eine der anerkannten Messmethoden für Phosphor im Boden aus. Die EUF-Methode ist außerdem für die Ermittlung des Stickstoffdüngebedarfs anerkannt und auch in den „roten Gebieten nach § 13 DüV“ – also Regionen mit hohen Nitratgehalten und besonderen Bestimmungen – zugelassen. Durch die Anwendung der EUF-Bodenuntersuchung ergeben sich für den Landwirt verschiedene Vorteile :
  • Frühzeitige Probenahme: Der EUF-Nutzer zieht im Gegensatz zu anderen Verfahren seine Bodenproben aus der Ackerkrume im Sommer bzw. Herbst vor dem Anbau der Hauptfrucht. Die EUF-Düngeempfehlungen für Grundnährstoffe und Stickstoff liegen damit dem Landwirt wesentlich früher vor als bei anderen Methoden. Dies gilt auch für die Stickstoffermittlung in roten Gebieten. Eine zusätzliche Probenahme im Frühjahr ist bei EUF nicht erforderlich.
  • Alle wichtigen Nährstoffe aus einer Bodenprobe: Aus den EUF-Proben werden die Gehalte für Stickstoff sowie für Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium, Bor und Schwefel analysiert. Ferner können auf Wunsch auch Mikronährstoffe wie Mangan, Kupfer, Zink, Eisen sowie Natrium ermittelt werden.
Die EUF-Werte werden in sofort verfügbaren Mengen und in während der Vegetationsperiode nachlieferbaren Mengen angegeben. Das Wissen um die Nachlieferung verbessert die Düngeplanung.
Als Besonderheit liefert EUF eine Analyse der Bodenart mit. Betriebe mit heterogenen Schlägen und solche, die teilflächenspezifisch düngen, schätzen zunehmend die Information über die in den Teilschlägen vorherrschenden Bodenarten.
  • Frühzeitiger N-Düngebedarf: Da das Bodenuntersuchungsergebnis bereits im Sommer bzw. Herbst vor dem Anbau der Hauptfrucht vorliegt, stehen frühzeitig die Bedarfswerte der Grundnährstoffe sowie auch der Stickstoff-Düngebedarf zur Verfügung. Dies bietet wertvollen Entscheidungsspielraum bis zum eigentlichen Düngungstermin.
In der EUF-Düngeempfehlung ist auch die vollständige Stickstoff-Düngebedarfsplanung nach § 4 DüV für die angegebene Hauptfrucht aufgeführt, die direkt für die staatliche Kontrolle verwendet werden darf.
  • Calcium mit zentraler Bedeutung: Calcium (Ca) hat im Boden zwei Aufgaben. Zum einen ist es ein wichtiger Pflanzennährstoff, zum anderen der wichtigste Baustein für eine stabile Bodenstruktur.
Bekanntlich können sich Nährstoffe im Boden und bei der Aufnahme durch die Pflanze gegenseitig begünstigen oder hemmen. In den für die Pflanzenernährung wichtigsten Nährstoffwechselwirkungen dominiert das Calcium (z. B. Ca:P, Ca:K) neben dem Kalium (z. B. K:Mg). EUF ist mit seinem Calciumwert, seinen langjährigen Datenreihen und Praxisfeldversuchen in der Lage, diese vielfältigen Wechselbeziehungen in der Düngeempfehlung zu berücksichtigen.
Da das Calcium direkt als freier Kalk gemessen wird, ergibt sich eine präzise Empfehlung für die standortspezifische Kalkung.
Mit anderen Standardmethoden geht das nicht. Hier wird für die Bestimmung von Phosphat und Kali die calciumhaltige CAL-Lösung als Extraktionsmittel verwendet, sodass eine direkte Bestimmung des Calciums nicht möglich ist. Daher wird über den pH-Wert als Hilfsgröße der Kalkbedarf abgeleitet.
  • Service: Die Landwirte erhalten einen umfassenden Service von der Proben-Anmeldung (EUF-Anmeldebogen oder über Südzucker-Rohstoffportal), über die Bereitstellung von Probenahme-Utensilien (Probenbeutel, Etikett) und Abgabe der Bodenproben bei lokalen Sammelstellen bis hin zur standortspezifischen Düngeempfehlung. Eine EUF-Bodenuntersuchung im Herbst läuft folgendermaßen ab:
  • Oktober: Anmeldung im Südzucker-Rohstoffportal oder klassisch über den EUF-Anmeldebogen
  • Oktober/November: Probenahme, Abgabe der Bodenproben und Probenaufbereitung im Labor
  • November/Dezember: Untersuchung und Versand der Düngeempfehlung. Helmut Friedl

Die Probe ziehen

Eine sorgfältige Probenahme ist – wie bei allen Alternativen auch – die wesentliche Voraussetzung für ein aussagekräftiges Untersuchungsergebnis und die Qualität der Düngeempfehlung. Und so geht’s: Aus der Ackerkrume werden 20 bis 25 gleichmäßig verteilte Einstiche entnommen und gut durchmischt. Von dieser Mischprobe werden dann gut 500 g für die Untersuchung abgepackt. Bodenproben sollten grundsätzlich kühl und dunkel gelagert werden, allerdings ist für die EUF-Stickstoffermittlung keine Kühlkette bzw. Frostung notwendig.

Die maschinelle GPS-gestützte Bodenprobenahme für EUF nimmt in der Praxis immer mehr zu und kann inzwischen von zahlreichen lokalen Dienstleistern erledigt werden. H.F.

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