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Herbstdüngung

Düngeverordnung: Was ist jetzt noch erlaubt?

Dieser Artikel ist zuerst im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt erschienen.

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Gülleausbringung
© imago/Martin Wagner
von , am
14.09.2017

München - Hier noch einmal stichpunktartig ein Überblick, was jetzt noch „geht“.

Düngebedarfsermittlung

Grundsätzlich muss bei Stickstoff (mehr als 50 kg je Hektar und Jahr) und bei Phosphor (mehr als 30 kg je Hektar und Jahr), egal ob aus mineralischen oder organischen Düngemitteln der Düngebedarf der Kultur vor einer Düngemaßnahme ermittelt werden. Dies gilt für jede Kultur und für jeden Schlag bzw. für jede Bewirtschaftungseinheit.

Für den Herbst 2017 reicht es jedoch, wenn die ausgebrachten Düngemengen aufgezeichnet werden. Die ausführliche Düngebedarfsermittlung muss dann 2018 vor der ersten Gabe erfolgen, unter Anrechnung der Herbstdüngung 2017.

Sperrfristen

Sie gelten für alle Dünger, die mehr als 1,5 % Stickstoff in der Trockensubstanz enthalten, also auch für Mineraldünger. Auf Ackerland beginnt die Sperrfrist generell nach der Ernte der letzten Hauptfrucht und dauert bis einschließlich 31. Januar. Hauptfrucht ist grundsätzlich die Frucht, die im Mehrfachantrag angegeben ist. Es kann jedoch auch eine Kultur sein, die vor dem 1. August gesät wurde und noch im Ansaatjahr geerntet wird (z. B. Ackergras nach Getreidevorfrucht) oder eine Kultur, die vor dem 15. September gesät wurde und im Herbst sowie im Frühjahr des Folgejahres geerntet wird.

Zu Zwischenfrüchten und Winterraps darf ab 15. September nicht mehr gedüngt werden. Zu Wintergerste nach einer Getreidevorfrucht dürfen bis zu 30 kg Ammonium- bzw. 60 kg/ha Gesamtstickstoff bis Ende September gedüngt werden, wenn die Saat bis Ende September erfolgt.

Die Sperrfrist für Grünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau (Definition laut Mehrfachantrag) beginnt am 1. November und dauert ebenfalls bis einschließlich 31. Januar. Sie kann nach hinten verschoben werden, wenn die klimatischen Gegebenheiten das rechtfertigen und schädliche Gewässerverunreinigungen nicht zu erwarten sind. Wo die BBV-Kreisverbände Antrag stellen, ist noch nicht bekannt.

Für Feldgemüse ist die Sperrfrist von 1. Dezember bis 31. Januar. Für Festmist und Kompost ist die Sperrfrist für alle Flächen von 15. Dezember bis zum 15. Januar.

Sonstige Vorgaben

Bodenzustand: Hier könnte in den nächsten 2 Wochen noch greifen, dass eine Düngung auf überschwemmten oder wassergesättigten Böden untersagt ist.

Abstand zu Oberflächengewässern: Direkter Eintrag und Abschwemmen von Nährstoffen in Gewässer sind zu vermeiden. Dazu sind Mindestabstände festgelegt.

Einarbeitungsfrist: Organische Düngemittel mit mehr als 2 % Trockensubstanzgehalt und einem wesentlichen Gehalt an verfügbarem Stickstoff, müssen innerhalb von 4 Stunden eingearbeitet werden. Von der Einarbeitungsfrist befreit sind Festmist von Huftieren oder Klauentieren, Kompost sowie organische bzw. organisch-mineralische Düngemittel mit weniger als 2 % TS-Gehalt.

Stickstoffobergrenze: Über organische oder organisch-mineralische Düngemittel aller Art dürfen im Durchschnitt der landwirtschaftlich genutzten Fläche eines Betriebes maximal 170 kg Stickstoff je Hektar und Jahr ausgebracht werden. Für das Kalenderjahr 2017 erfolgt die Berechnung noch nach den Vorgaben der „alten“ Düngeverordnung.

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