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Bedarfsplanung

Düngeverordnung - Planungshilfe für die Lagerkapazität

Dr. Matthias Wendland, Konrad Offenberger, Michael Hierlmeier, LfL Agrarökologie/Düngung, Freising
am
29.11.2018

Viele Betriebe brauchen in Zukunft mehr Platz als bisher, um Gülle und Stallmist zu lagern. Die LfL stellt ein Programm vor, mit dem sicher geplant werden kann.

Lagerkapazität für Güllelager

Mit der neuen Düngeverordnung haben sich die Vorgaben für die notwendigen Lagerkapazitäten geändert. Im letzten Jahr wurde auch die „Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen“ als Bundesverordnung neu erlassen. Sie enthält einige Vorgaben, die bei der Berechnung des notwendigen Lagerraums zu beachten sind. Wie viel Lagerkapazität ist ab wann nötig? Die Düngeverordnung schreibt die in der Tabelle aufgeführten Lagerkapazitäten vor.

Um mit den neuen Vorgaben besser zurechtzukommen, bietet die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft ein EDV-Programm an, mit dem tierhaltende Betriebe die notwendigen Lagerkapazitäten einfach unter Berücksichtigung aller Vorgaben berechnen können. Das Excel-Programm kann auf den eigenen PC heruntergeladen und gespeichert werden.

Lagerkapazität: Was ist zu beachten?

Die notwendige Lagerkapazität ist vom Betriebsleiter nachzuweisen, deshalb sollte mit diesem Programm von jedem Landwirt geprüft werden, ob seine Lagerkapazität für Gülle und Festmist ausreichend ist.

Es werden zwei Programmvarianten angeboten:

  • mit Gülleseparierungund
  • ohne Gülleseparierung.

Für alle wichtigen Eingabefelder erscheinen beim Anklicken zusätzliche Erläuterungen.
Das Feld „zusätzliche Ausbringflächen“ hat nur für Betriebe, die mehr als 6 Monate Lagerkapazitäten nachweisen müssen, eine Bedeutung. Mit den Flächen anderer Betriebe kann der notwendige Lagerraum verringert werden, wenn die Ausbringmöglichkeiten vertraglich geregelt sind.

Für den separierten festen Anteil gelten für die Lagerdauer die gleichen Vorgaben wie für den flüssigen Anteil. Dafür ist ein festes Lager vorzuhalten.

Anfallmengen sind bundeseinheitlich festgelegt

Zusätzlich zu den Anfallmengen von Gülle und Jauche sind weitere Einleitungen (z. B. Hausabwässer, Niederschlagswasser, Silagesickersäfte) zu berücksichtigen, wenn sie in den Gülle- bzw. Jauchebehälter eingeleitet werden.

Die Anfallmengen an Jauche und Gülle sind bundeseinheitlich für alle Tierarten und Haltungsformen in der Düngeverordnung festgelegt und bezogen auf die bayerischen Tierklassen nach Mehrfachantrag im Internet unter „Basisdaten zur Umsetzung der Düngeverordnung“, Tabelle 4b/c bzw. im Anhang 4b/c des Gelben Heftes nachzulesen.

Wird Silosickersaft und/oder verunreinigtes Niederschlagswasser von Silo- oder Rangierflächen eingeleitet, darf das maximal 10 % des Lagervolumens der Grube ausmachen; außer sie ist aus säurefestem Beton oder entsprechend beschichtet.

Rinderhaltende Betriebe mit mehr als 3 GV/ha und mindestens 80 % Flächenanteil im grünen Gebiet sowie ausreichend Grünland benötigen auch ab 2020 nur sechs Monate Gülle-Mindestlagerkapazität. Die genaue Berechnung erfolgt auf Basis der Anteile der Rinderhaltung sowie des Grünlandes. Mit dem Programm kann der Anfall aus Biogasanlagen noch nicht berechnet werden. Hierzu folgt im kommenden Jahr ein weiteres Programm.

Die Excel-Datei umfasst etwa zwei Seiten. Neben der Adresse sind die Angaben der Betriebsfläche notwendig.

Auskunft zur Lagerkapazität geben die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und zur Anlagenverordnung die Landratsämter.

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