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Agrarpolitik

"Einheitliche Prämien führen zu extremen Wettbewerbsverzerrungen"

Luftbild Felder und Wiesen
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Karola Meeder, Wochenblatt
am
22.01.2018

Bayern und Österreich gegen EU-einheitliche Direktzahlungen

Luftbild Felder und Wiesen

Bayern und Österreich wollen gemeinsam gegen die von Brüssel geplante Angleichung der Agrarzahlungen auf europäischer Ebene kämpfen. Wie das Münchener Landwirtschaftsministerium  mitteilte, verständigten sich Ressortchef Helmut Brunner und die österreichische Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger darauf am Rande der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Brunner betonte, dass eine Nivellierung der Flächenprämien aufgrund der unterschiedlichen Pachtpreise für Ackerland ungerecht wäre und zu extremen Wettbewerbsverzerrungen führen würde. Was ein Bauer im Freistaat jährlich an Pacht zahle, reiche in anderen Mitgliedstaaten aus, um die Fläche zu kaufen. Zudem seien auch die Produktions- und Lebenshaltungskosten in anderen EU-Staaten deutlich geringer, hob der CSU-Politiker hervor.

"Es braucht eine viel stärkere Umverteilung zu den kleineren und mittleren Betrieben"

Beide Minister halten dem Münchener Agrarressort zufolge Direktzahlungen auch in Zukunft für notwendig, um die vielfältigen Leistungen der Landwirte für die Gesellschaft zu honorieren. Einig seien sich beide Ressortchefs auch in der Forderung, die Beihilfen künftig nicht mehr nur nach Quadratmetern zu zahlen, sondern eine Strukturkomponente einzuführen.

Brunner erklärte, es brauche eine „viel stärkere“ Umverteilung zu den kleineren und mittleren Betrieben. Das sei ein „notwendiger Ausgleich“ für die höheren Produktionskosten, die den Familienbetrieben im Vergleich zu den Großbetrieben entstehen würden. Der Minister sieht in einer Strukturkomponente zugleich einen „nachvollziehbaren gesellschaftspolitischen Ansatz“. Die Maßnahme würde genau die Betriebe stärken, die breite Akzeptanz in der Öffentlichkeit fänden, so Brunner.

Mit Material von AgE
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