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Ernteausfälle - Bauernverband will Hilfen zur Liquiditätssicherung

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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
10.07.2018

Der Deutsche Bauernverband (DBV) erwartet wegen der in weiten Teilen Deutschlands vorherrschenden Trockenheit eine Getreideernte weit unter dem Durchschnitt liegt. Einige Betriebe haben wegen der Dürre nicht geerntet, sondern den Bestand direkt gehäckselt.

Getreideertrag

Die diesjährige Ernteprognose beträgt 41 Millionen Tonnen Getreide. Das entspricht gegenüber der bereits unterdurchschnittlichen Vorjahresernte in Höhe von 45,5 Millionen Tonnen einem Rückgang von 4,5 Millionen Tonnen. Die Durchschnittsmenge der vergangenen fünf Jahre beträgt 47,9 Millionen Tonnen.

Der verspätete Start ins Frühjahr und die schnelle Abreife der Wintergerste haben in diesem Jahr zu einem außergewöhnlich frühen Erntebeginn geführt: „Diese sehr kurze Vegetationsphase kostet uns vor allem Ertrag“, betont DBV-Präsident Joachim Rukwied. Leichte Unwägbarkeiten der Schätzung der Gesamternte ergeben sich durch die lokal sehr unterschiedlichen Ernteerwartungen.

Während die Vegetationsverhältnisse in nur wenigen Teilen Deutschlands eine gleichmäßige Entwicklung der Getreidebestände zuließen, ist vor allem im Norden und Osten der Republik die Frühjahrstrockenheit regional so stark ausgeprägt wie in den Jahren 2003 und 2011. In Verbindung mit den hochsommerlichen Temperaturen reifte das Getreide daher zu schnell ab. Einzelne Gewitterschauer und Starkregen haben teilweise auch massive Schäden verursacht. In diesem Jahr wurden der wärmste April und Mai seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen. „Diese Ernteausfälle bedrohen Existenzen. Deshalb brauchen wir dringend Instrumente zur Liquiditätssicherung und die Möglichkeit, steuerfreie Rücklagen zum Risikoausgleich zu bilden“, so Rukwied.

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