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DLG-Unternehmertage

Fruchtfolgen neu betrachten

Maisfeld
pd
am
07.09.2017

Würzburg - In den vergangenen 30 Jahren ist es zu einer starken Einengung der Fruchtfolgen auf wenige deckungsbeitragsstarke Kulturen gekommen.

Die Spezialisierung auf ertragsstarke Kulturen bewirkten steigende Betriebsergebnisse. Enge Fruchtfolgen verursachen jedoch auch zunehmend Resistenzen bei Unkräutern und -gräsern. Auch die Risiken von Kalamitäten verursacht durch Pflanzenschädlinge und -krankheiten steigen, gab der Unternehmensberater Hans Hogreve, GesamtBetriebsBeratung Landwirtschaft (Steinhagen/Mecklenburg-Vorpommern) auf den DLG-Feldtagen zu bedenken.

Deckungsbeitragsrechnungen müssten heute komplexer betrachtet werden, auch unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit. Unter Beachtung der Aspekte „Greening“, „Düngeverordnung“ und „Resistenzen“ und ihren finanziellen Auswirkungen auf das jeweilige Gesamtsystem, ergeben sich korrigierte Deckungsbeiträge einzelner Fruchtfolgen, die ackerbauliche Grundprinzipien erfassen. Daraus lasse sich anschaulich darstellen, dass ein Umdenken notwendig ist, erläuterte Hogreve.

Landwirte müssten schauen, was auf ihren jeweiligen Standorten möglich ist. „Es gibt nicht die eine für alle passende Fruchtfolge. Das wirtschaftliche Umfeld bestimmt die anbauwürdigen Kulturen.“ So seien zum Beispiel nicht überall Fruchtfolgeerweiterungen durch Zuckerrübe und Mais möglich. Erweiterte Fruchtfolgen könnten dennoch Betriebsergebnisse sichern, indem hohe und stabile Erträge, phytosanitäre Vorteile erreicht und politische Anforderungen effizient umgesetzt werden. So bieten mehr Sommerungen in der Fruchtfolge Vorteile, auch wenn diese in sich zwar wenig profitabel sind, aber in Gänze dem Betrieb weiterhelfen, etwa durch die Entzerrung von Arbeitsspitzen.

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