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Pflanzenschutz

Fungizidstrategie überdenken

pd
am
10.03.2017

Monheim - Das Chemieunternehmen Bayer geht davon aus, dass aufgrund von nachlassenden Wirkmechanismen gegenüber Gersten- und auch Weizenkrankheiten neue Fungizidstrategien nötig sind.

Pflanzenschutz

In der Saison 2016 konnte erneut das Nachlassen einiger Wirkmechanismen (MoA) gegenüber Gersten- und auch Weizenkrankheiten beobachtet werden. In südlicheren Regionen Deutschlands fiel die Gerste durch ein wiederum verstärktes Auftreten von Ramularia auf. Vor allem die Leistung der Strobilurine ist nach Angaben von Bayer sowohl bei Krankheiten in der Gerste als auch im Weizen deutlich eingeknickt. Diese Erkenntnisse würde zwangsläufig dazu führen, bewährte Fungizidstrategien zu überdenken, um einer weiteren Resistenzbildung rechtzeitig vorzubeugen und Sicherheit in der Krankheitsbekämpfung zu garantieren. Bayer geht deshalb davon aus, dass die Bedeutung der Azol-Lösungen  sowie Chlorthalonil-haltiger Fungizide wieder zunehmen wird.
Die veränderten Bedingungen machten für Bayer eine Anpassung des bislang erfolgreichen Aviator® Xpro DUO-Konzepts notwendig.

Für Bayer bedeute dies, dass die veränderten Bedingungen eine Anpassung des bisherigen Aviator® Xpro Duo-Konzepts notwendig machen. Welche Lösungen hier das Unternehmen mit firmeneigenen Mitteln anbieten kann, hat es für Gerste und Weizen zusammengestellt.

Bayerspezifische Strategie für Gerste

Die Ramularia-Sensitivität gegenüber verschiedenen Mode of Actions (MoA) kann als kritisch bezeichnet werden. Deshalb empfiehlt Bayer den Wirkstoff Chlorthalonil (CTL) – einen sogenannten Multi-Site-Inhibitor – als zusätzlichen Baustein in der Bekämpfungsstrategie. Xpro-Fungizide, und dazu zählt Aviator® Xpro, lassen sich durch Produkte ergänzen, die Chlorthalonil enthalten. Zu letzteren Mitteln zählt beispielsweise Credo®. Da auch die Ähre mit ihren Grannen und Kornanlagen befallen werden kann und Chlorthalonil nur vorbeugend wirkt, ist der optimale Einsatzzeitpunkt für diese Kombination nach dem Grannenschieben.
In dieser Phase allerdings können wiederum Netzflecken, Rhynchosporium und andere frühe Blattkrankheiten nicht mehr nachhaltig bekämpft werden. Wer solchen Situationen ausgesetzt ist, sollte frühzeitig schon für ausreichenden Schutz sorgen.

Bayerspezifische Strategie für Weizen

In den begleitenden Resistenzuntersuchungen wurden seit 2011 beim SDHI-Wirkstoff Bixafen (enthalten in den Xpro-Fungiziden) laut Bayer keine Auffälligkeiten oder Veränderungen in der Sensitivität gegenüber Septoria tritici festgestellt – auch nicht bei zweimaligen Xpro-Anwendungen. Haupteinsatzzeitpunkt für die Xpro-Fungizide wie Aviator® Xpro ist und bleibt nach wie vor die klassische Blatt-/ Ährenbehandlung zwischen BBCH 37-55.

Bei Septoria tritici sind weiterhin Sensitivitätsverschiebungen (Shifting) von Azol-Fungiziden zu beobachten. Hierbei sind ältere Wirkstoffe, wie Tebuconazol und Epoxyconazol stärker betroffen, während sich Prothioconazol nach wie vor als der wirkungsstärkste und stabilste Wirkstoff zeigt.
Zum Schutz von Prothioconazol werden auch in Zukunft Lösungen mit SDHI-Wirkstoffen (zum Beispiel Bixafen / Fluopyram), wie auch dem weniger resistenzgefährdeten Wirkstoff Chlorthalonil den Schwerpunkt in der landwirtschaftlichen Praxis darstellen.

Da auch die Strobilurine gegenüber den anderen wichtigen Weizenkrankheiten mit Ausnahme der Rost-Arten hohe Resistenzgrade aufweisen, sieht das Chemieunternehmen in Zukunft die Hauptlast in der Blattbehandlung im Weizen auf leistungsstarken Azol-Carboxamid-Lösungen mit robusten Aufwandmengen, die dann auch die nötige Sicherheit bei stärkeren Rost-Infektionen in Spritzfolgen garantieren sollen.

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