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Umwelt

Grüne beklagen Insektensterben

pd
am
31.01.2017

Berlin - In den letzten drei Jahrzehnten sei der Gesamtbestand bei Insekten dramatisch gesunken. Selbst in Naturschutzgebieten sei ein drastischer Rückgang der Insektenbiomasse um 80 Prozent festgestellt worden, so die Einschätzung der Grünen.

Die Folgen seien fatal. Rund 80 Prozent der Nutz- und Wildpflanzen seien auf Insektenbestäubung angewiesen. Insekten seien Nahrungsgrundlage für Vögel, Fledermäuse und viele andere Tiere, die bereits unter dem Schwund ihrer Lebensräume zu leiden hätten. Das Insektensterben stelle eine existenzielle Bedrohung für die natürlichen Lebensgrundlagen insgesamt dar, so die Folgerung der Grünen-Bundestagsfraktion. Rachels Carsons Horrorszenario eines „Stummen Frühlings“ drohe Wirklichkeit zu werden.

Als Sündenbock haben die Grünen die Landwirtschaft ausgemacht. Der übermäßige Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft, ausgeräumte blütenarme Agrarlandschaften und die damit einhergehenden fehlende Nahrungsquellen seien die wahrscheinliche Ursachen. Außerdem deute eine Vielzahl an Studien darauf hin, dass eine Gruppe an Insektiziden (Neonikotinoide) eine besondere Rolle beim Insektensterben spiele. Sie würden schon in sehr niedrigen Konzentrationen die Gesundheit von Bienen und anderen Insekten beeinflussen. So werde etwa das Orientierungs- und Kommunikationsvermögen gestört, die Anfälligkeit für Krankheitserreger und Parasiten gesteigert und der Bruterfolg verschlechtere sich. Außerdem würden Hinweise bestehen, dass Neonikotinoide die Nervenrezeptoren irreversibel blockieren und so auch extrem niedrige Belastungen über längere Zeiträume zu Vergiftungen führen würden.

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