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Versuchswesen

Gut angelegt

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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
04.01.2017

München - Es ist Jahr für Jahr eine Schau: Auf keinem anderen Feldtag wird mit solcher Hingabe diskutiert und so intensiv hinterfragt, wie wenn die LfL ihre Ökoversuche vorstellt.

Wolfgang Piller

Fragen prasseln auf die Versuchsansteller ein. Sie müssen genau erklären, warum sie ihren Versuch auf exakt die vorgestellte Weise angelegt haben. Immer spürt man das Selbstvertrauen aller in die ackerbaulichen Fähigkeiten, entsprungen aus den Erfahrungen jahrelanger Praxis.

Das kommt auch daher, weil der Ökoackerbau so komplex ist. Ein Versuch hingegen ist immer eine Vereinfachung, ein Modell. Auch bei Ökoversuchen muss bei der Auswertung deutlich verständlich sein, wie die Ergebnisse zustande kommen. Dazu müssen die Tests nach klarem Muster angelegt sein, sie müssen, wie es heißt, reproduzierbar sein und Bodenunterschiede in den Feldern möglichst gut ausgleichen, also die Versuchsglieder nicht unterschiedlich belasten. Das kostet – egal ob ein Versuch bio oder konventionell geführt wird – eine Menge Arbeit, von der Planung über die Anlage bis zur Ernte und dann zur Auswertung.

Die Arbeit lohnt sich. Ohne neutrale Versuche müsste jeder Landwirt selbst nach der Wahrheit stochern. Das sieht man oft bei Bodenhilfsstoffen oder Pflanzenstärkungsmitteln, die sich einer neutralen Überprüfung immer wieder entziehen. Jeder Anbieter kann vollmundig ackerbauliche Erfolge für sein Produkt beanspruchen. Er braucht keinen neutralen Test fürchten, der ihn widerlegt. Der Wert neutraler Versuche ist also zum einen die Unterstützung der Landwirte, dadurch dass sie wertgeprüfte Betriebsmittel auswählen können, zum anderen das Abwenden von Schaden, dadurch dass wertlose Betriebsmittel nicht durchrutschen können. Das sollte der Öffentlichkeit das Geld wert sein. Es ist nicht zu verstehen, dass bei den Pflanzenbauversuchen gespart wird. Was sie den Landwirten wert sind, zeigen die Versuchsführungen. Sie sollten eine Schau bleiben.

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