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Hitze und Dürre, Eis und Schnee

Winter Schnee
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Sepp Kellerer, Wochenblatt
am
10.01.2019

Noch einmal lassen wir diese Woche die Wetterextreme des Jahres 2018 Revue passieren.

Kellerer Sepp

Wie jedes Jahr fasst der Wetterdienst in Weihenstephan die gemessenen Daten noch einmal für Sie zusammen. Dürre und Hitze sind dabei die dominierenden Begriffe. Begriffe, die auch in der übrigen Berichterstattung im Heft noch nachwirken. So haben sie beispielsweise die Sortenergebnisse bei der Ökosommergerste deutlich beeinflusst. Dünne Bestände, aber große Körner, lautet dort das Fazit. Und natürlich sind in den Silos und in den Futterstöcken große Lücken entstanden, so dass die Beimischung von Stroh in der Milchviehration in manchem Betrieb durchaus ein Thema ist. Wie weit kann man dabei gehen und was ist dabei zu beachten, damit sich die Tiere weiterhin wohlfühlen und Leistung bringen?

Hilfreich ist in solchen Situationen immer auch, wenn man auf frühere Erfahrungen zurückgreifen kann, denn 2018 war sicher nicht das erste Dürrejahr, das wir zu beklagen haben. Ich bewundere Menschen, die auf eine Frage in die Richtung wie aus der Pistole geschossen erklären, wie das vor 15 Jahren war, und was sie damals getan haben, um über die Runden zu kommen. Bei mir ist da meistens bloß ein dickes Fragezeichen. Vielleicht sollte ich mich an unserer Gartenexpertin Barbara Steinberger orientieren, die wichtige Ereignisse oder Erlebnisse in ein Tagebuch einträgt. Nach ihren Schilderungen und mit ihren Methoden ist das gar nicht so viel Aufwand, wenn man dabei auch ein bisschen Kreativität walten lässt.

Ein letztes Mal: Hitze und Dürre sind die dominierenden Begriffe in Bezug auf das Wetter im Jahr 2018. Man möchte es kaum glauben, wenn man derzeit aus dem Fenster schaut oder die Fernsehbilder vorbeiflimmern lässt. Da plätschern seit Tagen die Regentropfen auf die Erde nieder, es wirbeln die Schneeflocken vom Wind getrieben durch die Luft und in den höheren Lagen des Freistaates warnen die Förster vor Waldspaziergängen, weil die Bäume unter der Schneelast zu brechen drohen. Schon klar, wir brauchen den Niederschlag dringend, um die Wasservorräte im Boden wieder auffüllen zu können, aber doch bitte nicht alles auf einmal. Wie war das nochmal mit der Statistik? Wenn Sie mit einer Backe in der Gefriertruhe sitzen und mit der anderen auf der heißen Herdplatte, dann haben Sie im Durchschnitt die richtige Temperatur, aber wohlfühlen werden Sie sich nicht.

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