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Pflanzenschutz

Kartoffeln: Krautfäuledruck witterungsbedingt sehr niedrig

Kartoffelfeld
Prof. Dr. Michael Zellner, LfL Pflanzenschutz, Freising
am
22.06.2017

Freising - Alle 46 der im Rahmen des bayernweiten Krautfäulemonitoring bonitierten Kartoffelschläge waren am 20. Juni 2017 noch frei von Krautfäule.

Krautfäule

Generell wurde bisher nur vereinzelt um München Phytophthora- Befall festgestellt. Wie nicht anders zu erwarten, liegt in ganz Bayern aufgrund der seit über einer Woche vorherrschenden trocken-heißen Witterung der Befallsdruck laut Berechnung des witterungsgestützten Prognosemodells Simphyt 3 bei „sehr niedrig“, was einem Spritzabstand von 13 – 15 Tagen entspricht.

Aufgrund des bis zu Beginn der nächsten Woche vorhergesagten trockenen und sehr warmen Wetters mit stark zurückgehender Bodenfeuchte ist nicht davon auszugehen, dass vor den nächsten Niederschlägen in unberegneten Praxisschlägen Erstbefall auftritt. Dennoch ist es derzeit nicht ratsam, den Spritzabstand über zwei Wochen auszudehnen, weil aufgrund des kontinuierlichen Blattneuzuwachses sonst bei einem Witterungsumschwung und damit verbundenen steigenden Krautfäuledruckes zuviel Blattmasse ohne Fungizidbelag vorliegen würde. Setzen Sie bei spät abreifenden Stärkesorten ein Präparat mit Nebenwirkung gegen Alternaria ein.

Weil nach den Untersuchungen der LfL für den Bereich Pflanzenschutz gegen Strobilurine eine weitverbreitete Resistenz vorliegt, wird Ortiva und wegen bestehender Kreuzresistenz zum Wirkstoff „Famoxadon“ auch das Mittel Tanos nicht zur Alternaria-Bekämpfung empfohlen. Bisher noch unbehandelte Bestände sollten vor den nächsten Niederschlägen behandelt werden, um den Primärbefall so niedrig wie möglich halten zu können.

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