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Herausforderung

Knappe Güter

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Hans Dreier, Wochenblatt
am
20.04.2017

Landwirte, die ihr Einkommen hauptsächlich im Pflanzenbau verdienen wollen, kommen mit Getreide, Raps oder Mais schon lange nicht mehr um die Runden.

Ausreichend Umsatz und Gewinn lassen sich auf dem Acker nur erwirtschaften, wenn man auf Intensivkulturen setzt. Der Anbau von Feldgemüse oder die Anlage von Dauerkulturen erfordern jedoch hohe Investitionen, die vom Landwirt nur zu stemmen sind, wenn Absatz und Preis vertraglich gesichert sind.

Der Abschluss solcher Verträge bringt es aber auch mit sich, dass der Landwirt im Gegenzug die Lieferung von garantierten Mengen und Qualitäten zusichern muss. In einer derart vernetzten Wertschöpfungskette ist kein Platz mehr für die Launen des Wetters. Hier reicht es nicht mehr aus, einfach darauf zu hoffen, dass der notwendige Regen zur richtigen Zeit fallen wird. Dem Risiko einer wochenlangen Trockenperiode, die zur falschen Zeit die Erfüllung des Vertrages gefährdet, will und kann sich niemand aussetzen.

Die Anschaffung einer Bewässerungsanlage ist deshalb bei einer größeren Anbaufläche eine äußerst sinnvolle und auch lohnende Investition, die sich je nach Wetterlage schon in kurzer Zeit rentieren kann. Ein Problem dabei ist jedoch, dass das dafür notwendige Wasser meistens nicht dem Landwirt gehört, sondern ein öffentliches Gut ist. Grund- und Oberflächenwasser darf nur mit einer behördlichen Genehmigung entnommen werden.

Weil der Anbau von Intensiv- und Sonderkulturen in den nächsten Jahren aus ökonomischen Gründen weiter ausgedehnt werden wird, könnte es auch in Bayern künftig zunehmend zu einem Wettbewerb ums Wasser kommen. Nicht jeder wird dann eine Genehmigung für die Wasserentnahme bekommen. Die Wasserknappheit der Zukunft wäre dann möglicherweise nicht so sehr eine Folge des Klimawandels, sondern eines Wandels der Anbauverhältnisse.

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