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Prognose

Körnermaismarkt unter Druck

pd
am
03.04.2017

Paris - Der Maismarkt wie auch der Weizenmarkt steht heute unter verstärktem Druck, denn aller Voraussicht nach werden die Vorräte weltweit noch weiter ansteigen.

Maiskolben

Was den Mais angeht, so haben diese nach USDA Prognosen zwischen den Kampagnen 2010/2011 und 2016/2017 tatsächlich einen Sprung von +80% gemacht, d. h. fast 100 Mt mehr als vor 6 Jahren und ungefähr 10 Mt mehr als im letzten Jahr.
Die Vorräte weltweit 2016/17 werden vom amerikanischen Ministerium auf 221 Mt geschätzt, was nach Ansicht des Verbandes der französischen Maisproduzenten noch zu bestätigen sein wird. Die Produktion in den nördlichen Breiten war 2016 mehr als gut, vor allem in den USA und in den Schwarze Meer Anrainerländern. In den südlichen Breiten haben die Ernten noch nicht begonnen oder gerade erst. Im Moment sind die Bedingungen günstig sowohl in Argentinien als auch in Brasilien. Und im Vergleich zur Kampagne 2015/2016 erwarten die Prognoseorganisationen insofern ein Ansteigen der Produktion weltweit von ungefähr 33 Mt (USDA).

Aber trotz des ansteigenden Weltkonsum werden die Vorräte weltweit 2016/2017 weiterhin angesichts der ausgezeichneten Produktionsperspektiven auch auf sehr hohem Niveau bleiben.
Die Saaten 2017/18 in den Hauptproduzentregionen beeinflussen natürlich die Entwicklung des Körnermaismarktes. Die ersten Schätzungen für die nördlichen Breiten wurden veröffentlicht. Die USDA-Behörde notiert für die USA einen Rückgang der ursprünglich vorhergesehenen Maisanbauflächen von -4.3%. Diese statistischen Vorausschätzungen sollen jedoch durch einen Bericht über die Aussaatabsichten bereinigt werden. Für die Ukraine und auch für Russland erwartet man ein Ansteigen der Maisanbauflächen. Und was die EU betrifft, so rechnet die FNPSMS mit einem leichten Rückgang der Anbauflächen für Korn- und Silomais von ungefähr -1%, was 14.3 Mha entspräche. Für 2017/2018 prognostiziert der CIC insgesamt einen Rückgang der Kulturflächen weltweit von ungefähr -1%, Rückgang, der hauptsächlich der Reduzierung der Anbauflächen in den USA als auch in China zugerechnet werden kann. Insofern, obwohl die Zahlen sich mit Sicherheit während der Kampagne verfeinern lassen sind sie nicht so, dass sie den Markt des gelben Korns unterstützen. In den nördlichen Breiten steht noch alles offen zumindest zum Zeitpunkt zu dem diese Zeilen geschrieben wurden.
Über kurz oder lang werden sicherlich andere gewichtige Indikatoren den Markt beeinflussen, wie zum Beispiel die politischen Beziehungen von Amerika, die politischen Entscheidungen Chinas, was den Abbau der Vorräte betrifft, die Entwicklung der Währungsparität und natürlich auch die Nachfrageentwicklung und die der Exportdisponibilitäten. Der südamerikanische Mais ist noch nicht in den Silos und die Wetterbedingungen werden von den Marktteilnehmern bis zum nächsten Sommer aus nächster Nähe verfolgt werden.

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