Login
Anbau

Mais: Saat gut – Ernte gut

Maissaat
LfL Pflanzenbau, Freising
am
16.04.2019

Vier Tipps für eine gelungene Maissaat.

Die Basis für einen guten Ertrag wird bereits bei der Maisaussaat geschaffen. Denn Erntemenge und Futterqualität werden auch durch eine exakte Saat ganz wesentlich beeinflusst. Worauf es dabei ankommt? Das verraten die folgenden Tipps:

  1. Sämaschine prüfen: Die Sämaschine muss in regelmäßigen Abständen auf ihre einwandfreie Funktion geprüft werden. Die wichtigsten Punkte dabei sind:
    Ist die exakte Einstellung der Abstreifer noch gegeben?
    Arbeiten alle Säschare gleichmäßig und mit exakter Tiefenführung?
    Gibt es Probleme mit den Zustreichern oder den Druckrollen?
    Ist der Saatgutnachlauf bei allen Scharen gleichmäßig?
    Ist der Luftdruck stabil und auf dem richtigen Niveau?
  2. Nicht zu schnell fahren: Auch wenn die Zeit drängt, mit zu schnellem Fahren kann es mit der Qualität der Saat schnell vorbei sein. Eine alte Faustregel sagt: Der halbe Kornabstand (mm) ist die richtige Geschwindigkeit (km/h). Bei einem Ablageabstand von 13,3 cm (10 Pfl./m2, 75 cm Reihe) wären das also 6 bis 7 km/h.
  3. Gut vorbereitetes Saatbett und exakte Ablagetiefe: Das Maiskorn benötigt zum Keimen relativ viel Wasser. Deshalb sind die Tiefenführung der Sämaschine und das Einhalten der Ablagetiefe auch besonders wichtig. Das Saatkorn muss auf der Wasser führenden Schicht des Saatbetts abgelegt werden. Je feuchter und schwerer der Standort ist, desto geringer kann die Bearbeitungs- und Saattiefe sein. Als Richtwert gilt: Auf leichten, durchlässigeren Böden etwa 6 cm, auf schwereren grund- oder stauwasserbeeinflussten Böden eher 4 cm.
  4. Den richtigen Zeitpunkt finden:
Wann soll gesät werden? Einerseits so früh als möglich, denn ein früher Termin sichert die volle Ausnutzung der Vegetationszeit für die Massebildung und Qualität. Andererseits steigt mit einer zu frühen Saat aber auch das Risiko von Pflanzenverlusten. Wonach soll man sich also richten? Wichtig für die Keimung ist eine ausreichend hohe Bodentemperatur: In 5 cm Tiefe sollte sie anhaltend 8 °C überschritten haben. Zu erwarten ist das, wenn tagsüber die Temperaturen über der 15-°C-Marke liegen oder der Tagesdurchschnitt über 10 °C. In den wärmeren Regionen Bayerns kann das auch schon mal in der ersten Aprilhälfte erreicht sein. Bis Anfang Mai ist es dann in der Regel überall in Bayern so weit.
Eine zu frühe Saat ist besonders riskant, wenn sich die Keimung wegen zu niedrigen Temperaturen über mehrere Wochen hinzieht. Das Maiskorn liegt dann zu lange im Boden ohne zu keimen – ab einer Aufgangsdauer von rund 20 Tagen muss mit erheblichen Verlusten gerechnet werden. Die Beize verliert dann auch ihre Schutzwirkung und bodenbürtige Schädlinge können das Saatkorn ungestört angreifen. Die Folge sind lückige Bestände sowie eine verminderte Triebkraft der jungen Pflanzen.
Vor allem im ökologischen Landbau ist es wichtig, auf eine ausreichende Bodentemperatur zu warten, denn hier gibt es keinen Schutz durch Beizmittel. Nur mit einem zügigen Aufgang und wüchsigen Pflanzen kann hier ein lückenloser Bestand sichergestellt werden. Also lieber ein paar Tage später säen, als einen lückigen und schwachen Bestand zu riskieren. Dr. Joachim Eder
Auch interessant