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Maiswurzelbohrer

Maiswurzelbohrer: Bald könnten Schäden auftreten

Maiswurzelbohrer am Mais
Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
19.10.2017

Die Zahl an gefangenen Käfern hat sich im Vergleich mit allen Vorjahren vervielfacht.

Maiswurzelbohrer

Noch sind die kompletten Zahlen des diesjährigen Maiswurzelbohrer-Monitorings nicht veröffentlicht, aber eines ist sicher: Die Zahl an gefangenen Käfern hat sich im Vergleich mit allen Vorjahren vervielfacht. Vor allem im Landkreis Passau sind heuer mit rund 2200 etwa viermal mehr Käferfänge zu verzeichnen als 2016: Bis zu mehreren Hundert wurden in einzelnen Fallen und damit je Maisfeld gefunden. Insgesamt wurden in Niederbayern in diesem Monitoringjahr rund 2700 Käfer gefangen, 2016 waren es noch knapp 700. Johann Thalhammer vom Deggendorfer Landwirtschaftsamt, der die Fallen in Niederbayern betreut, sagte gegenüber dem Wochenblatt, dass er zum ersten Mal überhaupt die Schädlinge frei im Maisfeld beobachten konnte.
Aber auch im Südosten Oberbayerns, in den schon bekannten Hot-Spots bei Laufen/Freilassing und Neuötting hat der Käferdruck weiter zugenommen. Wie schon 2016 wurden dort die meisten Käfer gezählt. In einigen Fallen waren über 900 Käfer und insgesamt in Oberbayern etwa 3600; zum Vergleich: 2016 waren es noch 2400. Bezeichnend ist, dass die Fallen mit den meisten gefangenen Wurzelbohrern in Feldern mit langjährigem Maisanbau standen.
Experten sprechen davon, dass der Käferdruck in den beiden Schwerpunktgebieten der Situation in der Steiermark ähnelt, kurz bevor dort die ersten tatsächlichen Schäden im Maisanbau zu beklagen waren. Mittlerweile kann im Süden Österreichs kein Mais mehr angebaut werden, ohne den Wurzelbohrer auf der Rechnung zu haben. Die Steiermark hat dazu eine Verordnung erlassen, die für sogenannte Maßnahmengebiete vorschreibt, spätestens nach zwei Jahren Maisanbau auf einem Schlag eine andere Kulturart anzubauen. Trotzdem sammelt jede einzelne Falle in der Steiermark wie auch im Osten Österreichs jährlich hunderte, meist tausende Käfer. Spitzenwerte liegen bei über 7000 Käfern.

 

Wird die Fruchtfolge nicht eingehalten, drohen Schäden von bis zu 30%


Der Maiswurzelbohrer ist seit 2015 kein sogenannter Quarantäneschädling mehr. Bayerns Maisanbauer sind also nicht mehr verpflichtet, eine Fruchtfolge einzuhalten. Doch die Empfehlung seitens aller Berater ist einhellig: Öfter als zweimal nacheinander sollte in gefährdeten Gebieten kein Mais angebaut werden. Sonst drohen in absehbarer Zeit Schäden von bis zu 30 %.
Laut der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft gelten in Bayern circa 30 000 ha – vor allem in Südostbayern – als gefährdet. Wirksame Schadensbekämpfung verspricht alleine eine Unterbrechung des Maisanbaus nach spätestens zwei Jahren.
Der Befall mit dem Maiswurzelbohrer ist in Bayern nicht mehr abzuwenden, dazu ist der Ausbreitungsdruck von den schon länger befallenen Gebieten in Osteuropa und Österreich zu groß und der Lebensraum im Südosten Bayerns für den Käfer zu günstig. Doch wer die Fruchtfolgeempfehlung einhält, muss kaum Schäden befürchten. Das liegt an der Biologie des Käfers. Die Weibchen legen im Sommer ihre Eier in den Boden des Maisfelds. Die im Frühjahr schlüpfenden Larven sind auf das Vorhandensein von Maiswurzeln angewiesen. Fehlen diese, ist der Entwicklungszyklus unterbrochen und es kann sich keine größere Population aufbauen. Das ist der Grund, warum so dringend geraten wird, die Fruchtfolge einzuhalten.

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