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Interessensausgleich

Mehr als nur Mais

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Karola Meeder, Wochenblatt
am
06.04.2017

München - Wie wir hohe Maiserträge vom Acker holen, das wissen wir längst. Die wirklich knifflige Frage, die wir uns stellen müssen, ist, wie wir möglichst hohe Erträge mit einem hohen Maß an Umweltschutz und Nachhaltigkeit unter einen Hut bringen.

Karola Meeder

Wie wir hohe Maiserträge vom Acker holen, das wissen wir längst. Die wirklich knifflige Frage, die wir uns stellen müssen, ist, wie wir möglichst hohe Erträge mit einem hohen Maß an Umweltschutz und Nachhaltigkeit unter einen Hut bringen. Eine interessante Möglichkeit, um Umweltnutzen und betriebliche Vorteile zu vereinen, eröffnen Untersaaten im Mais (S. 37). Denn die eingesäten Gräser verbessern die Humusbilanz, verringern die Gefahr von Nährstoffauswaschungen im Winter und wirken Bodenerosion entgegen. Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass die Untersaaten viel Wasser benötigen und ihr Anbau somit nur auf bestimmten Standorten sinnvoll ist.

In einer nachhaltigen Landwirtschaft dürfen auch Bienen und andere Nützlinge nicht zu kurz kommen. Blühstreifen an Feldrändern, die einer Vielzahl von Tieren sowohl Nahrung als auch einen Rückzugsort bieten, haben in den den letzten Jahren deutlich zugenommen (S. 36). Zu einem nachhaltigen Anbausystem gehört natürlich mehr, als ein paar Quadratmeter Blühstreifen anzulegen. Forschung und Praxis werden künftig weitere sinnvolle Konzepte entwickeln müssen.

Was allerdings so manchen jetzt schon zum Grübeln bringen wird, sind die Gewässerschutzauflagen bei den Maisherbiziden (S. 30). Ohne Zweifel: Wasserschutz ist eine wichtige Aufgabe, der sich die Landwirte im Übrigen auch ohne den ständigen Fingerzeig von Umweltschützern, Politikern oder Verbrauchern bewusst sind. Dennoch erschweren die Auflagen eine wirksame Herbizidanwendung. Risiko und zusätzlichen Aufwand trägt der Landwirt – wie so oft bei den Leistungen für das Gemeinwohl. Doch damit Landwirte überhaupt nachhaltig und gemeinwohlorientiert arbeiten können, müssen sie ihre Betriebe auch wirtschaftlich führen dürfen. Und dazu gehört es eben, optimale Erträge vom Acker zu holen.

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