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Pflanzenschutzmittel

Neue Regeln für hormonell wirkende Substanzen

Pflanzenschutz
pd
am
05.07.2017

Brüssel - Die EU hat will einen europäischen Regelungsrahmen zur Bestimmung hormonell wirkender Substanzen in Zusammenhang mit Pflanzenschutzmitteln und Biozidprodukten einführen. Vertreter der EU-Mitgliedsstaaten einigten sich gestern auf einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission.

Endokrine Disruptoren, wie der Fachbegriff für diese hormonell wirkenden Substanzen lautet, sind sowohl natürlich vorkommende als auch chemische Stoffe, die die Funktion des Hormonsystems stören und dadurch schädigende Wirkung bei Menschen oder Tieren hervorrufen können.

Sobald die Regelung umgesetzt ist, soll jeder Inhaltsstoff in Pestiziden, der als endokriner Disruptor für Menschen und Tiere identifiziert wird, geprüft und vom Markt genommen werden. Der Regelungsrahmen zu den neuen Kriterien umfasst die Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie definiert einen Stoff als endokrinen Disruptor, wenn:

  • er schädigende Wirkung für die menschliche Gesundheit hat,
  • er eine endokrine Wirkungsweise aufweist,
  • wenn eine Kausalbeziehung zwischen der schädigenden Wirkung und der endokrinen Wirkungsweise besteht.

Das neue Regelwerk soll es der Kommission auch ermöglichen, eine neue Strategie gegen die Belastung mit endokrinen Disruptoren abseits von Pestiziden und Bioziden zu erarbeiten. So sind zum Beispiel Regelungen für Spielzeug, Kosmetika und Lebensmittelverpackungen geplant. Um noch mehr über die Wirkungsweise von endokrinen Disruptoren zu erfahren, werden 2018 im Zuge des Programms Horizon 2020 rund zehn  Forschungsprojekte mit einem Budget von 50 Millionen Euro unterstützt.

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