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Wasseraufnahme

Ökoflächen schlucken mehr Wasser

pd
am
26.07.2016

Berlin - Das Wasserrückhaltepotential von ökologisch bewirtschafteten Flächen ist höher als das von konventionell bewirtschafteten Flächen.

Zu diesem Ergebnis kommt die „Kommission Bodenschutz beim Umweltbundesamt“ (KBU) in einer aktuellen Untersuchung.  Der Grund: Auf Bio-Äckern versickert doppelt so viel Wasser. Bioland-Präsident Jan Plagge fordert deshalb eine weitere Ausdehnung des Biolandbaus und fordert dazu staatliche Unterstützung ein. Die Bundesregierung habe sich in der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren 20 Prozent der Agrarfläche auf Biolandbau umzustellen - aktuell sind es aber nur 6,5 Prozent. „Bund und Länder müssen jetzt in eine zeitnahe Erreichung des 20 Prozent-Ziels investieren – es sollte spätestens 2030 erreicht sein“, so Plagge.

Auch nach Auffassung der KBU sollte die erhöhte Infiltrationsleistung des Biolandbaus in politisches Handeln umgesetzt werden und der Ökologische Landbau gezielt mit ausreichenden Anreizen gefördert werden. Beispiel: Kompensation urbaner Versiegelung. Zum Ausgleich könnte für jede durch Versiegelung verloren gegangene Fläche die Umstellung der doppelten Fläche auf Ökologischen Landbau angestrebt werden. Plagge begrüßt diesen Experten-Vorschlag: „Neben der notwendigen Minderung der Flächenversiegelung von Agrarflächen wäre mehr Biofläche eine geeignete Kompensationsmaßnahme für Flächenverbrauch und Bodenversiegelung.

Zum Hintergrund: Landwirtschaftliche Böden stellen etwa die Hälfte der für Versickerung und Wasserspeicherung zur Verfügung stehenden Landfläche. Verminderte Wasserspeicherfähigkeit der landwirtschaftlich genutzten Böden kann bei ungünstigen Witterungsverhältnissen zu verstärktem Oberflächenabfluss und damit stärkerer Bodenerosion und lokalen Überschwemmungen führen. Bio-Böden können Wasser besser aufnehmen und speichern. So gelangt bei Starkregen weniger Wasser in Bäche und Flüssen. Hauptgrund sind erhöhte Anteile von groben Bodenporen, die auf Biobetrieben das Wasser schnell in tiefere Bodenschichten transportieren. Die erhöhte Regenwurmpopulation unter Biobewirtschaftung spielt dabei eine zentrale Rolle.

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