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Auflagen

Pflanzenschutz - alte Bilder entstauben

Ökologische Vorrangfläche
Auf ökologischen Vorrangflächen dürfen keine Pflanzenschutzmittel mehr ausgebracht werden. © imago/blickwinkel
Karola Meeder, Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt ,
am
08.02.2018

Auf ökologischen Vorrangflächen dürfen ab heuer keine Pflanzenschutzmittel mehr ausgebracht werden – sieht so der Einstieg in den Ausstieg aus dem chemischen Pflanzenschutz aus?

Karola Meeder
Ein Kommentar von Karola Meeder, Wochenblatt-Volontärin, karola.meeder@dlv.de © Archiv

Jedenfalls werden Hacke und Striegel wieder auf konventionelle Äcker zurückkehren. Nicht flächendeckend, aber zumindest überall dort, wo großkörnige Leguminosen als Ökologische Vorrangfläche (ÖVF) angebaut werden. Denn ohne Unkrautbekämpfung klappt deren Anbau nicht, also müssen die mechanischen Verfahren wieder aus der Kiste gegraben werden.

Eine alte und verstaubte Kiste ist das. Denn das Wissen rund um die mechanische Unkrautbekämpfung ist in der konventionellen Landwirtschaft ziemlich verkümmert, teilweise auch verschütt gegangen. Man hat sie ja nicht mehr gebraucht, diese Methode aus der Mitte des letzten Jahrhunderts. Nicht ohne Grund wurden Hacke und Striegel von den Pflanzenschutzmitteln abgelöst.

Zeit zum Staubwischen! Zumindest in den Köpfen, denn draußen in der Praxis geschieht das schon längst: Schlagkräftige kamera- und RTK-gesteuerte Hacksysteme machen die Felder von Ökoackerbauern zwar nicht staubfrei, aber sauber. Auch die Entwicklung von praxisreifen Unkrautrobotern läuft auf Hochtouren. Kurzum: Die mechanische Unkrautbekämpfung wird immer effektiver und dadurch auch für konventionelle Betriebe wieder attraktiv – vor allem mit Blick auf Resistenzprobleme und Auflagen im Pflanzenschutz.

Beides wird eher zu- als abnehmen. Und so könnte das Pflanzenschutzverbot auf ÖVF nicht als Einstieg in den Ausstieg gesehen werden, sondern als Einstieg in die Zukunft: Ökologische und konventionelle Landwirtschaft werden sich annähern – zumindest auf dem Feld. Ein Feld übrigens, wo konventionelle Landwirte vom Know how ihrer Öko-Kollegen lernen können, unter Umständen sogar müssen.

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