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Nahrungsmittelversorgung

Pflanzenzüchtung sorgt für erheblichen Ertragzuwachs

pd
am
17.10.2016

Bonn - Heute macht der Anteil der europäischen Pflanzenzüchtung an der Produktivitätssteigerung 74 Prozent aus.

Bevölkerungswachstum

Der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP) hat auf die zentrale Rolle der Pflanzenzüchtung für die globale Nahrungsmittelversorgung hingewiesen. „Bei steigender Weltbevölkerung wird künftig pro Kopf weniger Ackerfläche für die Produktion wichtiger Nahrungs- und Futtermittel zur Verfügung stehen. Sie muss daher effizienter, aber gleichzeitig umweltverträglich genutzt werden. Das dafür notwendige Potenzial bietet die Pflanzenzüchtung“, erklärt Dr. Carl-Stephan Schäfer, Geschäftsführer des BDP.

An der Ernährungssicherung in der Welt hat die Pflanzenzüchtung schon jetzt einen bemerkenswerten Anteil. Sie hat dazu beigetragen, dass die landwirtschaftliche Produktion in Europa mit der Entwicklung der Bevölkerungszahl mithalten konnte. Heute macht der Anteil der europäischen Pflanzenzüchtung an der Produktivitätssteigerung 74 Prozent aus. Dies entspricht einer jährlichen Ertragssteigerung von 1,24 Prozent.

Das Thema des diesjährigen Welternährungstags, der gestern stattfand, lautete "Climate is changing. Food and agriculture must too" – frei übersetzt: „Das Klima verändert sich. Ernährung und Landwirtschaft müssen dies auch.“ Damit greifen die Vereinten Nationen die Schlüsselrolle der Landwirtschaft bei der Hungerbekämpfung auf. Trockenheit oder Starkregenereignisse sowie langanhaltende Hitze-oder Kälteperioden haben in den letzten Jahren weltweit zugenommen. Die kontinuierliche Anpassung des Saatguts an unterschiedliche Boden- und Klimaverhältnisse sowie die verbesserte Widerstandsfähigkeit gegen Pflanzenkrankheiten und Schädlinge wird für den Fortschritt in der pflanzlichen Produktion daher immer wichtiger.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass bis 2050 ca. neun Milliarden Menschen auf der Erde leben und ernährt werden müssen. Um auch weiterhin die komplexen Ursachen für den Welthunger zu bekämpfen, bedarf es interdisziplinärer langfristiger Maßnahmen. „Pflanzenzüchtung muss hierzulande, aber auch in den Entwicklungsländern gefördert werden. Investitionen in die Agrarforschung und Stärkung der regionalen Strukturen sind unerlässlich für die Einhaltung der Nachhaltigkeitsziele einerseits und der Erreichung des UN-Ziels ‚ausreichend Nahrung für die Welt‘ bis 2030 andererseits. In diesen Prozess bringen wir uns aktiv ein“, so Schäfer.

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