Login
Pflanzenschutz

Rapsglanzkäfer - Bienenschutz und Resistenzen berücksichtigen

Gelbschale
pd
am
03.04.2017

Berlin - Bei Rapsschädlingen nehmen Resistenzen gegenüber Insektiziden aus der Wirkstoffgruppe der Pyrethroide zu. Als Ziele für Pflanzenschutzstrategie gelten dieses Jahr: Resistenzentwicklungen eingrenzen bei gleichzeitig hinreichendem Bekämpfungserfolg.

Für die Rapsglanzkäferbekämpfung im Frühjahr 2017 stehen Insektizide aus unterschiedlichen Wirkstoffgruppen zur Verfügung. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) weist bei ihrem Einsatz auf das Folgende hin:

  • die Bekämpfungsrichtwerte als wichtigsten Baustein einer Resistenzstrategie unbedingt einhalten,
  • ausschließliche adäquate Spritztechnologie nutzen mit genügend Wasseraufwand und voller Aufwandmenge,
  • den Bienenschutz unter Beachtung der verbindlichen B-Auflagen strikt berücksichtigen,
  • bei Tankmischungen mit Additiven und/oder Fungiziden kurz vor oder während der Blüte nur solche Mischungen einsetzen, die im Hinblick auf den Bienenschutz geprüft und sicher sind.

Bei der Rapsglanzkäferbekämpfung sollten nach Empfehlung der Ufop je nach Entwicklung des Bestandes sowie Zuflugtermin der Käfer im Knospenstadium die hoch wirksamen Insektizide Avaunt und Plenum eingesetzt werden. Durch die B1-Einstufung ist die Anwendung jedoch auf den Zeitraum vor dem Erscheinen der ersten Blüten begrenzt. Bei im Feld vorhandenen Blüten sollten Biscaya und Mospilan gegenüber den Typ I Pyrethroiden bevorzugt werden. Dabei ist zu beachten, dass bei Beginn der Rapsblüte das Schadpotenzial des Rapsglanzkäfers massiv zurückgeht. B4-Neonikotinoide sollten gegen Rapsglanzkäfer – wie alle Wirkstoffklassen – nur einmal je Saison eingesetzt werden. Darüber hinaus ist ein Wirkstoffwechsel vorzusehen, falls Schotenschädlinge ebenfalls bekämpft werden müssen. Gegen Kohlschotenrüssler ist bevorzugt Biscaya einzusetzen, da auch bei diesem Schädling in weiten Teilen Deutschlands bereits eine Pyrethroidresistenz nachgewiesen wurde.

Weitere Informationen zur verfügbaren Mittelpalette sowie der Bekämpfungs-strategie 2017 stehen als Download unter https://www.julius-kuehn.de/resistenz zur Verfügung.

Insbesondere wenn B1-Insektizide zur Anwendung kommen, ist das Anwendungsverbot ab Beginn der Blüte strengstens zu beachten. Ein Bestand gilt als „blühend“, wenn darin eine Pflanze – auch eine Unkrautpflanze – blüht! Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) rät weiterhin dazu, auch die Ausbringung von nicht bienengefährlich eingestuften B4-Mitteln und besonders auch von allen Mischungen in die Abendstunden nach 19.00 Uhr zu verlegen, wenn sich die Bienenflugaktivität verringert hat.

Auch interessant