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CO2-Einsparung

Rückvernässen von Mooren

Rohrkolben
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
10.07.2019

Forscher suchen nach landwirtschaftliche Nutzungsformen für wiedervernässte Moore.

In Deutschland bestehen rund sieben Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen aus entwässerten Mooren. Dass diese Flächen hierzulande zu den größten Treibhausgasquellen der Landwirtschaft zählen, ist bislang wenig bekannt – rund ein Drittel der agrarischen Klimagas-Emissionen gehen auf ihr Konto (Siehe auch ttps://greifswaldmoor.de/files/dokumente/Infopapiere_Briefings/GMC_Stellungnahme%20KSP2050_Endf.pdf). In Klimaschutzplänen wird deshalb deren Wiedervernässung in Erwägung gezogen. Das würde einen Großteil der Emissionen unterbinden und damit einen Beitrag zum Klimaschutzplan 2050 zu leisten.

Für die Landwirtschaft würden dadurch aber produktive Flächen verloen gehen. Als Lösungsansatz wurde das Konzept der Paludikultur („palus“ – lat. „Sumpf, Morast“) zur land- und forstwirtschaftliche Nutzung nasser Hoch- und Niedermoore entwickelt.

Verwertung von Schilf und Rohrkolben

Im Projekt Paludi-PRIMA wollen die Forscher nun die Paludikultur auf wiedervernässten Grünlandstandorten mit Schilf (Phragmites australis) und Rohrkolben (Typha angustifolia, Typha latifolia) praktisch umsetzen. Dafür gilt es, geeignete Genotypen zu identifizieren, die sich für den Anbau in Deutschland eignen und die erforderliche Qualität für die Nutzung als Baustoff (u. a. Dach-Reet) mitbringen sowie deren Anbau und die Ernte zu optimieren. Aktuell wird der Rohstoff vor allem aus Süd- und Osteuropa und China importiert. Für Feldversuche steht ihnen eine Demonstrationsfläche von acht Hektar zur Verfügung, die auch Landwirten zur Anschauung dient.

Eine wichtige Rolle kommt der ökonomischen Analyse zu. Das Paludi-PRIMA-Team ermittelt Kosten und Erlöse, um Landwirten eine Entscheidungshilfe zu geben, aber auch, um die Höhe einer eventuell benötigten Förderung aufzuzeigen.

Zudem wollen sie Fragen zur wasserrechtlichen Bewertung einer dauerhaften Vernässung von Grünland und mögliche Einwände durch den Naturschutz bewerten. Auch das Agrarrecht, das momentan ein Umwandlungsverbot für Grünland vorsieht, wirft noch Fragen auf.

Um für Landwirte attraktiv zu sein, muss nach Ansicht der Forscher auch die Beihilfefähigkeit der Flächen erhalten bleiben. Sie wollen Vorschläge erarbeiten, wie Paludikulturen sinnvoll in den Rechts- und Förderrahmen intergiert werden können.

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