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Kooperation

Smart Spraying soll Pflanzenschutz effektiver machen

Smart Farming
© Werkbild Bayer
von , am
15.09.2017

Monheim - Mit Bayer und Bosch haben sich zwei ganz Große zusammengetan, um neue digitale Lösungen im Pflanzenschutzbereich zu entwickeln.

Bayer und Bosch haben eine dreijährige Forschungskooperation geschlossen. Ziel ist die Entwicklung der "Smart Spraying"-Technologie, die den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln effizienter macht. Schwerpunkte der Bosch-Forschung sind die hocheffektive Sensorik, intelligente Analyseverfahren und selektive Sprühsysteme. In die Partnerschaft mit Bosch bringt Bayer seine Erfahrung auf den Gebieten Geographische Informationssysteme (GIS) einschließlich der Entwicklung von Algorithmen als Basis für agronomische Entscheidungen, Integrierter Pflanzenschutz, Formulierungstechnik und Applikationstechnik ein. Das Konzept der "Smart Spraying"-Technologie wird auf der diesjährigen Agritechnica in Hannover vorgestellt.

Die neue Technologie soll mithilfe von Kamerasensoren entscheiden, was auf dem Acker wächst, und durch eine spezielle Applikationstechnik Pflanzenschutzmittel zielgerichtet auf Unkräuter sprühen.

"Mit Smart Spraying bringen wir mehr Intelligenz auf den Acker", sagt Dr. Johannes-Jörg Rüger, Vorsitzender des Bereichs Commercial Vehicles and Off-Road bei Bosch. Der Unterschied zu bisherigen Systemen auf dem Markt: Diese bieten lediglich eine "Grünerkennung", können aber nicht zwischen Kulturpflanze und Unkraut unterschieden.

Und so funktioniert es

Bevor der Landwirt auf das Feld fährt, hilft ein digitaler "Feldmanager" dabei, die Situation auf dem Feld einzuschätzen, und empfiehlt den optimalen Zeitpunkt für eine Unkrautbehandlung. Das exakte Erkennen der Unkräuter und das Sprühen mit Pflanzenschutzmitteln erfolgt dann während der Überfahrt in einem Arbeitsgang. Dazu nehmen im ersten Schritt mehrere Kameras über die gesamte Arbeitsbreite der Feldspritze verteilt lückenlos Bilder auf. Die unterschiedlichen Unkräuter werden erkannt und die passende Behandlungsmaßnahme festgelegt. Im letzten Schritt wird das Herbizid in der notwendigen Aufwandmenge und Mischung zielgerichtet auf entsprechende Unkräuter gesprüht - unkrautfreie Bereiche bleiben unberührt. Das soll blitzschnell innerhalb von Millisekunden passieren.

"Wir verknüpfen moderne Technologie zur Unkrauterkennung mit der Möglichkeit, verschiedene Wirkstoffe situativ und sehr präzise mit einer räumlichen Auflösung von unter einem Meter anzuwenden. Das wird es Landwirten noch leichter machen, nachhaltigen Pflanzenschutz zu praktizieren", betont Björn Kiepe, Leiter Agronomy innerhalb von Digital Farming bei Bayer.

Ganz wichtig: Vorbehandlungen, Wirkstoffwechsel und Fokus auf einen bestmöglichen Wirkungsgrad der eingesetzten Herbizide fließen in das System ein, um Resistenzen bei Unkräutern zu vermeiden.

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