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Agrarmeteorologisches Messnetz in Bayern

Station Obersöchering in Betrieb

pd
am
17.10.2016

Weilheim - Am Dienstag, 11. Oktober, wurde bei einem gemeinsamen Pressetermin des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Weilheim und der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) die kürzlich in Betrieb genommene Wetterstation Obersöchering vorgestellt.

Wettermessstation

Bei seiner Begrüßung betonte Markus Schmorell, Leiter des AELF Weilheim, die Bedeutung von exakten und aufbereiteten Wetterdatendaten aus das Dienstgebiet. Über den landwirtschaftlichen Bereich hinaus denkt er auch schon an die mögliche Nutzung dieser Daten für forstbauliche Fragestellungen, wie etwa die Auswirkung extremer Temperaturen auf mögliche Wurzelschäden oder den Borkenkäferflug.

Die neue Station Obersöchering ging Anfang Juli in Betrieb und ist eingebunden in das bayernweite Messnetz von aktuell rund 140 fest installierten Messstationen, die im Dauerbetrieb alle wichtigen Witterungsparameter, wie Luft- und Bodentemperaturen, Niederschlag, relative Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit oder Strahlung erfassen.

„Es ist ein Messnetz für die Landwirtschaft“ betonte Stephan Weigand, der an der LfL zuständig ist für die Agrarmeteorologie, „daher wird seit der Gründung in den 1990er Jahre darauf geachtet, die Stationen möglichst auch auf landwirtschaftlichen Betrieben zu errichten. Das ist auch in diesem Fall, hier am Seehof, wieder sehr gut gelungen“. Er erläuterte die Funktionsweise der installierten Sensoren, die nachfolgende Datenverarbeitung und die zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten einschließlich deren Darstellung im Internet.

Michael Nowak, zuständiger Pflanzenbauberater am AELF Weilheim und wesentlicher Initiator der neuen Station, zeigte den Pressevertretern als Beispiel Gräserpflanzen mit Gelbrostbefall. Er könnte sich vorstellen, „dass mit exakten Wetterdaten, ähnlich wie dies schon im Getreidebau möglich ist, sich zukünftig auch im Grünland das Auftreten dieses Pilzes frühzeitig prognostizieren ließe.“

Auch die zusätzlich im Internetangebot integrierten Wettervorhersagen wurden gelobt. „Die treffen zu etwa 80 % zu“, so Betriebsleiter Schmid, „hier habe ich eine weitere Informationsquelle direkt am Hof“. Auch bei der Gülleausbringung im Herbst und Frühjahr will der Landwirt zum Beispiel die neuen Daten nutzen. Leichter oberflächlicher Frost für die Tragfähigkeit, kein Frost in der Tiefe für die Aufnahmefähigkeit, das lässt sich zukünftig auch anhand der Messfühler im Boden prüfen.

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