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Fußball-WM

Tägliche Pflichten - das Jammern vermeiden

Fußball Weltmeisterschaft
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Sepp Kellerer, Wochenblatt
am
28.06.2018

Im Moment fällt das Schreiben besonders schwer, denn gerade läuft das Spiel Deutschland gegen Südkorea.

Sepp Kellerer

Es ist Mittwoch, später Nachmittag. Heute muss das Heft fertig werden und zu den letzten Beiträgen, die zu schrieben sind, gehört der „liebe Leser“. Heute fällt das besonders schwer, denn schließlich ist Fußball-Weltmeisterschaft und gerade läuft das Spiel Deutschland gegen Südkorea, es geht um den Einzug in das Achtelfinale und bisher haben sich Jogis Jungs nicht mit Ruhm bekleckert. Eigentlich bräuchte man die Hände zum Daumendrücken, aber die Finger hauen dann doch in die Tasten, um die Zeilen zu füllen. Ich will Sie jetzt nicht mit meinem Gejammere langweilen, denn Ihnen geht es ja nicht anders.

Auch bei Ihnen kann der Fußball nicht über den täglichen Pflichten stehen. Die Tiere im Stall müssen versorgt werden oder Sie sitzen auf dem Mähdrescher, denn die Wintergerste ist heuer schon reif, so früh wie noch nie. Bereits Mitte Juni hat man die ersten Mähdrescher gesehen. Diese Bestände waren sicher nicht reif sondern notreif und die Erträge unter aller Kanone. Für die betroffenen Betriebe ist das sicher hart, aber allgemeines Gejammere ist noch nicht angebracht.

Spitzenerträge sind heuer nicht zu erwarten, aber manche der Bestände, die noch draußen stehen, schauen zumindest optisch gar nicht so schlecht aus. Und es war noch immer so, dass mit fortschreitender Ernte in einer Kultur die Ertragsmeldungen nach oben tendierten. Es soll ja ein paar Regionen – besser ein paar Fleckchen – in Bayern gegeben haben, wo immer wieder zur rechten Zeit ein Regenguss niedergegangen ist. Da, wo das nicht der Fall war, und dort, wo der Niederschalg als Hagel kam, da sieht es natürlich ziemlich düster aus. Aber halt, ich wollte doch heute nicht ins Jammern verfallen.

Schließlich gibt es auch kleine Hilfen. So hat Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber die ÖVF und die GLÖZ-Flächen in den Trockengebieten zur Futternutzung freigegeben (Seite 98). Gestatten Sie mir, dass ich an dieser Stelle die Abkürzungen nicht erkläre, denn sonst landen wir bei der Bürokratie und dann komme ich ins Jammern. Oder ich lande beim Zorn und dafür reicht der Platz bei Weitem nicht mehr aus.

Zurück auf die Felder. Auch da hängt nicht alles auf eine Seite. Bei den Blattfrüchten sieht es derzeit gar nicht so schlecht aus, allen voran beim viel gescholtenen Mais. Als C4-Pflanze ist er eindeutig Gewinner des Klimawandels. Das Fußballspiel ist inzwischen aus, aber ich wollte ja nicht jammern.

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