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Maissorten

Unverzichtbar

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Wolfgang Piller, Wochenblatt
am
22.12.2016

München - Bis vor Kurzem prüfte das Bundessortenamt neue Maissortenstämme auf ihre Biogaseignung, um sie als Energiemais zulassen zu können. Sehr viel herausgekommen ist dabei nicht.

Wolfgang Piller

Einzig die Saatgutfirmen waren daran interessiert. Daran ist nichts falsch. Es nutzt nur den Landwirten relativ wenig. Die Eignung für den Biogasbereich ist schnell erzählt: Viel Masse ist gut. Wer braucht also neben den Segmenten Körner- und Silomais noch das dritte Segment Energiemais?

Da erscheint nun die Differenzierung der zugelassenen Silomaissorten im Rahmen der Landessortenversuche auf ihre Eignung in der innerbetrieblichen Verwertung sehr viel wichtiger. Je nach Futterration eignet sich der kolbenbetonte Typ besser als der Restpflanzentyp. Und wenn ein Betrieb noch zusätzlich die Möglichkeit hat, Silomais als Biogasrohstoff zu verwerten, kann er auch das bei der Sortenwahl berücksichtigen. Er muss nur eine gute Schnittmenge bilden, sodass er die für ihn wichtigste Mais-Charge, vermutlich das Tierfutter, garantiert erhält und mit der Restmenge trotzdem eine gute Verwertung erzielen kann.

Aber: Solche Versuche lassen sich nur dann so detailliert aufbereiten, solange sie in ausreichender Anzahl durchgeführt werden. Denn die Landessortenversuche müssen als erstes eines: Die Anbauräume Bayerns berücksichtigen. Doch der Stellenabbau im staatlichen Versuchswesen und die Zusammenlegung der Pflanzenbauversuche in wenigen Fachzentren, worauf das Wochenblatt schon öfters besorgt hingewiesen hat, hinterlässt seine Spuren. Es gibt eine lange Streichliste. Manche LSV-Standorte werden ganz verschwinden. Und mit dem Umzug von Weihenstephaner LfL-Instituten nach Ruhstorf im Rottal werden weitere Kapazitäten im pflanzenbaulichen Versuchswesen verloren gehen. So viel ist sicher. Es zählt offenbar nicht viel, dass diese Arbeit für modernen Ackerbau unverzichtbar ist.

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