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Demeter-Bodenkurse

Vortragreihe am Lindenhof Hemmersheim gestartet

Demetertag
Martin Primbs
am
13.03.2017

Hemmersheim - Der neue Bodenpraktikerkurs startete mit voller Teilnehmerzahl. Martin Primbs, Leiter des Kurses freute sich besonders über das starke Interesse von Landwirten aus der Region, die dieses Jahr fast die Hälfte der 30 Teilnehmer stellen. Genauso viele Interessenten kamen zum Workshop Effektive Mikroorganismen am Mittwoch.

Nach einem Einführungsvortrag über die Demeter-Landwirtschaft und einem Referat über Forschungsergebnisse dieser Anbaumethode, die den verstärkten Humusaufbau im Vergleich zu anderen Formen der ökologischen Landwirtschaft aufzeigte, informierte Dr. König vom Demeter-Forschungsring auch über die Bedeutung eines fruchtbaren Bodens für die Lebensmittelqualität. Dann erklärte Martin Primbs vom Lindenhof Hemmersheim die Zusammenhänge zwischen der Bodenfruchtbarkeit und einer hohen Biodiversität auf einem Betrieb. Besonders beeindruckt waren die Teilnehmer dabei von den mehr als 10 Großschmetterlingsarten, die ihren Lebensraum in einem mehrjährigen Blühstreifen gefunden haben oder von der Bedeutung der Fledermäuse, die im Hemmersheimer Kirchturm leben und auf Heckenstrukturen angewiesen sind, um ihre Insektennahrung zu finden.

Abgerundet wurde dieses Thema noch vom Demeter-Imker Martin Hofmann aus Reichardroth, der die Bedeutung von Bienen und Wildbienen aufzeigte und klarmachte, dass sich die Lebensbedingungen in Europa ohne Bienen dramatisch verschlechtern würden.

Hermann Pennwieser, Biobauer und Bodenforscher aus Österreich führte die Teilnehmer am zweiten Tag des Kurses in die Welt des Bodenlebens und in die Bodenphysik ein. Seine Bilder, die mit modernster Technik aufgenommen wurden, zeigen die Verbindungen zwischen Wurzeln, Bakterien und Pilzen. Eine erstaunliche Aussage war die Information, dass heute mit modernsten Methoden genau nachweisbar ist, was am Vortrag verspeist wurde, da kleinste DNA-Moleküle direkt in allen menschlichen Körperzellen nachweisbar sind. Deshalb sei auch alle gentechnischen Verfahren so kritisch zu sehen. Oder die Information über das noch unerklärliche Verhalten von Wasser in der unmittelbaren Zellumgebung: Es nimmt die Struktur von Sechserringen an und verhält sich nicht mehr wie H2O, sondern wie H3O2. Besonders deutlich wurde auch die Notwendigkeit, dass sich Nutzpflanzen auf dem Acker in der Symbiose mit Bakterien und Pilzen ernähren müssen, weil sonst die Qualität leidet und auch der Schädlingsdruck steigt.

Das waren für viele der konventionellen Landwirte völlig neue Erkenntnisse, die im weiteren Kurs im Laufe des Jahres noch vertieft werden. Dann können Sie entscheiden, wie sie ihre Betriebe so verändern können, dass es zu Humusaufbau und geringeren Verdichtungen kommt und sie nachhaltiger wirtschaften können.

Zum Abschluss seines Referates verdeutlichte Pennwieser noch wie wichtig es ist, die Radlast aller landwirtschaftlichen Maschinen auf 3 Tonnen zu begrenzen, weil es sonst zu kaum reparablen Schäden im Unterboden kommt und zeigte Bilder von einer neuen Reifentechnik mit extrem großen und schmalen Reifen.

Effektive Mikroorganismen und neue Methoden im Ökolandbau

Christoph Fischer von EM Chiemgau referierte am Mittwoch in seinem Workshop über effektive Mikroorganismen. Eine Mischung von etwa 80 verschiedenen Bakterien und Pilzen, die sich selbst stabilisieren, optimiert bei cleverem Einsatz die Rottelenkung nach dem Zwischenfruchtanbau so, dass die Nährstoffe für den nachfolgenden Anbau im Boden gespeichert werden. Der Einsatz von EM und kleinster Holzkohle in der Gülleaufbereitung soll zu geruchsloser Gülle und zur Einspeicherung von Nährstoffen in den kleinen Hohlräumen der Kohle führen, die dann im Boden für Pflanzen wieder verfügbar werden. So kann auch die Auswaschung im Winter und bei Starkregen verhindert werden.

Das neue Thema Komposttee, der zur Pflanzenstärkung eingesetzt wurde und die Vorstellung der wichtigsten Demeterpräparate rundete die Wissensvermittlung ab. Abschließend wies Martin Primbs noch auf den Zusatztag zum Bodenkurs am 26. April mit dem österreichischen Wissenschaftler Dr. Hartl hin, der über wassersparende Wirtschaftsweise im Ackerbau sprechen wird. Anmeldung dazu sind möglich unter oebz-primbs@t-online.de oder per Fax unter 09335/9973123. Ab sofort sind auch zwei Stellen für das Freiwillige Ökologische Jahr am Lindenhof Hemmersheim zu vergeben.

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