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Integrierte Produktion

Weniger chemischer Pflanzenschutz dank „Eh da-Flächen“

Blühfläche
pd
am
12.05.2017

Haßfurt - Klaus Merkel ist Landwirt und Betriebsleiter auf Gut Mariaburghausen im unterfränkischen Haßfurt. Auf ca. 286 Hektar Nutzfläche baut er unter anderem Mais, Raps und Zuckerrüben an. Beim Schutz seiner Pflanzen setzt der Landwirt auch auf Marienkäfer, Laufkäfer oder Schwebfliegen.

Am Rande seiner Felder hat Merkel diverse Blühstreifen, Biotopholzstapel und Steinhaufen errichtet, in denen sich binnen weniger Wochen vielfältige Insekten eingerichtet haben, die nun Getreide und Gemüse auf seinen Feldern unterstützen.

"Wir finden in der Nähe der Blühstreifen inzwischen wieder vermehrt Nützlinge wie Marienkäfer, Schwebfliegen und Florfliegen, die gute Blattlausvernichter sind“ berichtet Klaus Merkel und ergänzt: „Der Aufwand für uns Landwirte ist dabei gar nicht so groß. Man braucht vergleichsweise wenig Bodenfläche, um darauf einen Nützlingsbestand aufzubauen, der Schädlinge deutlich reduzieren kann.“

Dabei sind Merkels „ökologische Pflanzenschützer“ eigentlich nur die positive Begleiterscheinung einer ganz anderen Idee. Ursprünglich hatte er Blühstreifen und Co. angelegt, um – in Kooperation mit der Gemeinde Haßfurt – etwas für Biodiversität zu tun. Merkel beteiligt sich an der Initiative „Eh da-Flächen für mehr Artenvielfalt“, bei der es darum geht, Bienen und anderen Bestäubern neue Lebens- und Nahrungsräume zu schaffen. Dass die entsprechenden Maßnahmen an seinen Feldern gleichzeitig mehr Pflanzenschutz bedeuten, freut Merkel umso mehr.

„Wie weit Nützlinge Schädlingspopulationen unterdrücken, ist in hohem Maß von Region zu Region, von Kultur zum Kultur und von Jahr zu Jahr variabel“, erklärt der Biologe Prof. Dr. Christoph Künast. „Dennoch ist es möglich, mit Nützlingen dazu beizutragen, die Populationsentwicklung der Schädlinge unter der Schadschwelle zu halten, von der ab eine Bekämpfung durch Pflanzenschutzmittel nötig wird. Das ist ein Prinzip des Integrierten Pflanzenschutzes, und das wird durch Eh da-Flächen klar unterstützt.“

Noch ist der natürliche Pflanzenschutz für Klaus Merkel ein Experiment – aber er verspricht sich viel davon: „Eine intakte Agrarlandschaft schafft eine hohe Artenvielfalt.“

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