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Sortenratgeber

Winterweizen - was die Praxis braucht

Elixer Weizen
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Karola Meeder, Wochenblatt
am
13.09.2018

Sie ist der ertragliche Spitzenreiter im Öko-LSV – stammt aber nicht aus der Ökozüchtung. Elixer, die bayernweit am meisten vermehrte Sorte für den ökologischen Landbau, wurde für den konventionellen Anbau gezüchtet.

Karola Meeder

Da darf die Frage erlaubt sein, wozu es eigentlich eine eigene Ökozüchtung braucht.

Die Antwort offenbart sich jedem, der sich von den drei Pluszeichen beim Ertrag nicht blenden lässt und bei der Sortenbeschreibung genauer hinschaut: Elixer ist anfällig für Steinbrand. Bei der Züchtung wurde darauf nicht geachtet, weil Steinbrand im konventionellen Anbau keine Rolle spielt – Beize sei Dank. Im Ökoanbau kann er aber leicht 50 % des Ertrags kosten.

Neben der Schwäche beim Steinbrand bringt Elixer aber eine insgesamt gute Resistenzausstattung mit – gute Voraussetzungen also für den Ökoanbau. Aber auch im konventionellen Anbau wird von offizieller Seite immer stärker dazu geraten, gesunde Sorten zu wählen – auch wenn sie nicht die ertragsstärksten sind. Gar nicht so weit weg also, vom Ökolandbau.

Trotzdem müssen Ökosorten ganz spezielle Merkmale mitbringen: Möglichst gute Resistenzeigenschaften – auch gegen Erreger vor denen Beizen schützen; Standfestigkeit aber dennoch eine gewisse Pflanzenlänge; rasche Jugendentwicklung und ein relativ hoher Abstand zwischen Fahnenblatt und Ähre. Außerdem wichtig: Bei begrenztem Stickstoffangebot möglichst hohe Erträge und Qualitäten bringen – und spätestens seit der novellierten Düngeverordnung ist das auch ein Thema der konventionellen Landwirte.

Ohne Frage, spezielle Ökosorten sind wichtig für die Praxis. Trotzdem drängt sich eine Beobachtung auf: Ökolandbau und konventioneller Ackerbau nähern sich an – und das nicht nur weil Elixer in der Empfehlung für beide Anbausysteme steht.

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