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Freilaufcup

Mit 8,0 gerade noch platziert

PZG-Freilaufcup-2018_REIT3_Viva Valencia 2_Siegerin
Katrin Landes
am
11.10.2018

Die Pferdezuchtgenossenschaft Holledau veranstaltete ihren 20. Freilaufcup Anfang Oktober. Das abwechslungsreiche Programm beim Jubiläumscup begeisterte Zuschauer und Aktive. Das Niveau der Pferde war heuer sehr hoch.

PZG-Freilaufcup-2018_FREI2_Qopacabana_Sieger

Am 3. Mai 1998 hatte der Dressurpferdecup der PZG Holledau Premiere in Pfaffenhofen und bereits zwei Jahre später wurde der Termin am 3. Oktober etabliert. So gab es auch im zwanzigsten Jahr Anfang Oktober wieder die große Schau rund um den Nachwuchs. Aufgrund der vielen Prüfungen und steigenden Starterzahlen rundum das Herbstevent fand der Cup erstmals an zwei Tagen statt. Über 500 Pferdebegeisterte waren dann auch zum Stutenmilchgestüt Schwarz nach Mammendorf gekommen.

PZG-Freilaufcup-2018_FL_Ehrungen Ehepaar Betz

Der Cup hat seit Bestehen zahlreiche Sieger und Platzierte hervorgebracht. Einige besonders verdiente Teilnehmer ehrte die 2. Vorsitzende Katrin Landes im Rahmen eines kleinen Schauprogramms. Eröffnet wurde dieses durch die erfolgreichste Reiterin im Rahmen der in dieser Zeit durchgeführten Reitpferdeprüfungen Patricia Kornes, die mit ihrem Champion von 2009 Bardolino eine S-Dressur Kür zeigte. Züchter des Belissimo-M-Sohnes ist Toni Kornes, den Landes dann auch als erfolgreichsten Züchter von Pferden, die unter dem Sattel vorgestellt wurden, auszeichnete. Das gewinnbringendste Pferd aus den Reihen der Pferde, die bei diesem Event in den Sport eingestiegen sind, ist nach eigener Lebensgewinnsumme laut FN, der gekörte Hengst Luke Mc Donald (v. Lord Incipit/Sirius) von Karl Gruber. Bei den Freilaufprüfungen können Yvonne Betz von Treuberg und ihr Mann Dr. Rupprecht Betz die erfolgreichste Bilanz als Züchter ziehen.

Qopacabana zeigtsehr viel Schwung

PZG-Freilaufcup-2018_FL_Sieger Jungzüchter

Erfreulich war auch die Anzahl der freilaufenden Pferde: Bei den erst Zweijährigen traten 13 Youngsters an. Es gewann mit einer Gesamtnote von 8,87 eine sehr typvolle, harmonisch gebaute und mit besten Reitpferdepoints ausgestattete Jungstute von Quantensprung aus der Zucht und im Besitz von Ralf Kornprobst. „Qopacabana überzeugte mit sehr viel Schwung und Raumgriff in der Trabbewegung“, kommentierte Richter Bruno Six. Im Galopp zeigte sie schon eine gewisse Kadenz – gut gesetzt und punktete mit einer guten Bergauf-Tendenz. Die Dunkelfuchsstute ist eine Tochter der D`Jill (v. Johnson/Diamond Hit), Siegerin im Freilaufcup 2014 und Siegerstute der Landesschau in München 2015. Neben dem spektakulären Antritt im Trab stellten die Richter damals auch bei ihr den Galopp heraus. Leider verstarb D`Jill vier Wochen nach der Geburt von Qopacabana.

PZG_Freilaufcup-2018_FREI3_Aimee la vie_Sieger

Auf den Plätzen folgten zwei oldenburgisch gezogene Wallache. Gerhard Aumer präsentierte den selbst gezogenen Vizechampion Sir Figo (MV: Dutsch Dormello). „Sir Figo hat sich in der Bewegung sehr locker, sehr geschmeidig und mit sehr viel Antritt bewegt“, sagte Six. Der Vater des aufgeweckten Schwarzbraunen ist Sir Bedo, welcher von der Züchterin des Drittplatzierten Steffi Hummer bis S**-Dressur erfolgreich vorgestellt wurde. Hummer hatte den schon weit entwickelten, unheimlich charmanten und mit viel Bewegungsdynamik ausgestateten Amperico H (v. Ampere/Fürst Heinrich) mitgebracht.

Bewegungssiegerin wird Champion

PZG-Freilaufcup-2018_REIT4_Deverauxs Balisto_Sieger

Freilaufchampionesse im Feld der 15 sehr qualitätsvollen Dreijährigen wurde mit einer Endnote von 8,67 die Bewegungssiegerin der diesjährigen Landesschau (Wochenblatt 27/2018) Aimée la Vie (v. Amazing Spirit/Diamond Hit). Die elegante und in sich ruhende Braune machte nicht nur durch ihren Bergauf-Galopp mit enormen Raumgriff (9,5) auf sich aufmerksam. „Der Bewegungsablauf im Trab ist nicht spektakulär, aber er ist unglaublich praktisch und macht durch den Rhythmus und die Aktivität des Hinterbeins diese mangelnde spektakuläre Vorhandbewegung durchaus wett“, kommentierte Six.

PZG-Freilaufcup-2018_FL_Ehrungen Karl GRuber

Auf den zweiten Platz kam Amazing Sugar (Amazing Spirit/Lord Loxley I), gezogen von Martina und Jakob Reglauer und im Besitz von Familie Faulstich ein ebenfalls schon hochdekorierter Bruder der Siegerstute. Auch der Hengst bekam im Galopp die 9,5 und zeigte sich im Trab ausgesprochen dynamisch über viel Boden. „Sicher einer der spektakulärsten Pferde, die hier heute präsentiert wurden“, urteilte Richter Six. „Ein Pferd, das sowohl Kaliber mit Adel verkörpert, das aber auch einen gewissen Charme ausdrückt. Das unglaublich mächtig wirkt und dabei voller Harmonie in der Linienführung im Gebäude ist.“ Der Braune hatte schon im Vorjahr und seinerzeit beim Fohlencupsieger gewonnen.

PZG-Freilaufcup-2018_FL_Ehrungen Patricia und Toni Kornes

Die hübsche Staatsprämienanwärterin und Bayerische Vizechampionesse der dreijährigen Stuten und Wallache Fräulein Fürstenball (v. Fürstenball/Royaldik) machte die ausgezeichnete Spitze auf dem dritten Platz komplett. Unglaublich taktsicher und geregelt, leichtfüßig und manchmal vielleicht etwas eilig kam sie auf eine Gesamtnote von 8,3. Züchter und Besitzerin Elisabeth Heimpel stellte die Stute auch beim PZG-Youngster, einer Reitpferdprüfung vor. Hier zeigte sie sich ebenfalls sehr ausgeglichen und rittig. Richter Robert Sirch begeisterte sich bei der abschließenden Musterung: „Vom Gebäude her ist sie wirklich fast schon ein Modellathlet.“ Mit 8,1 war dies in der Platzierung dann der Silberrang.

Auch Amazing Sugar wurde in der Reitpferdeprüfung vorgestellt. Ralf Kornprobst setzte die überragenden Bewegungen im Trab und Galopp gekonnt in Szene und die Versammlungsbereitschaft des Hengstes war deutlich zu erkennen. Leider fehlte, ebenso wie in der Freilaufprüfung, im Schritt etwas die Losgelassenheit. Mit 8,1 bekam er die silberne Schleife.

Siegerin unter den zwölf Startern mit einer Endnote von 8,4 und somit der neue PZG Youngster ist Viva Valencia 2 (v. Vivaldi/Burlington), die Kerstin Kronaus äußerst fein vorstellte. Bei ihrem ersten Turnierstart überhaupt imponierte die schwarzbraune Stute mit viel Go und Schwung.
Insgesamt war das Niveau bei den dreijährigen Reitpferden sehr hoch. „Man muss sich vorstellen: Es reichte eine 8,0 gerade noch zur Platzierung“, stellte Sirch fest.

Pferde für das Championat

Die vierjährigen Reitpferde standen dem qualitativ in nichts nach. „Die Platzierten waren echte Championatspferde“, fasste Bruno Six zusammen. Tina Ritter stellte mit Deveraux's Balisto (v. Deveraux/ Goethe) ihr erstes, selbst gezogenes Pferd vor. Höhepunkte zeigte das Paar in allen Grundgangarten – Galopp und Schritt wurden jeweils mit 9 und der Trab mit 8,5 bewertet. Der Wallach gewann die Konkurrenz der 19 Starter mit der Endnote 8,4.

Auch in dieser Prüfung stellte Kerstin Kronaus eine junge Rappstute vor und bekam mit 8,5 die beste Ausbildungsnote dieser Gruppe. Damit platzierte sich Phabella (v. Zirkon/Fürst Scheurenhof) mit 8,1 auf den zweiten Platz. Die weiße Schleife gab es für Fürst Florenzo 3 (v. Fürst Romancier/Sir Donnerhall I) unter Renate Voglsang.

Bei den zwei- und dreijährigen Reitponys gab es im Freilaufen eine interessante Kollektion, die insbesondere vom Typ her sehr unterschiedlich waren. Gleich zwei der sieben Ponys schafften es mit 8,1 auf den zweiten Platz. Ein an der oberen Grenze des Maßes stehender zweijähriger Hengst von Movie Star/Timberland, der seine Züchterin und Besitzerin Anna Beck wohl Mitten ins Herz' – so sein Name – getroffen hat. Im Trab dynamisch, mit Schulterfreiheit und hinten immer drunter war er laut Bruno Six im Galopp „das einzige Pony, das auch eine gewissen Kadenz gezeigt hat und bergauf galoppiert ist.“

Ebenfalls auf dem 2. Platz: Die Zaubermaus (v. Dating AT/Dimension AT), eine hübsche Palominostute mit sehr gutem Auge, die man sich sehr gut als Kinderpferd vorstellen kann. Sie präsentierte sich gelassen mit gutem Raumgriff, manchmal vielleicht noch etwas gebunden. Martina Haussmann stellte die erst Zweijährige vor.

Freilaufchampion wurde mit 8,27 Dresscode (v. FS Don't worry), der damit an die Erfolge seiner Halbschwester Dornröschen (v. Dancing Dynamic) anknüpft, die vor zwei Jahren diese Prüfung gewonnen hat. Ebenso wie diese, hat der dreijährige Wallach einen bemerkenswerten Kopf, eine herrliche Oberlinie und eine sehr gute Bewegungsqualität. Züchterin Elisabeth Heimpel hat die Mutter Dona's Ischa als Fohlen vom Bauern im Dorf gekauft. „Ich habe das erste Mal in meinem Leben ein Fohlen gesehen und mich gleich verliebt“, berichtet Heimpel. Daraufhin hat die damals 13-jährige sich einen Ferienjob gesucht, gespart, das Fohlen gekauft, aufgezogen und selbst angeritten. Gleich beim ersten Start waren sie damals in einer Dressurpferde A platziert. „Mitten unter den Profi-Reitern. Das war für mich als Jugendliche schon der Wahnsinn“, sagt die Züchterin, die ihr Pony auch in der Reitponyprüfung vorstellte. Taktsicher, aber noch nicht ganz losgelassen, stellte Dresscode sein Bewegungspotenzial auch unter dem Sattel unter Beweis und wurde mit 7,7 Zweiter. Ebenfalls auf den Silberrang platzierte Stephanie Sonntag Null Null Sieben (v. Nuno/Marienhof's Voyou). Der vierjährige Wallach zeigte sich sehr ausbalanciert, in der Rittigkeit weit fortgeschritten und sicher an den Hilfen stehend.

Champion der drei- und vierjährigen Reitponys wurde mit 8,3 Davin's Diamant (v. Da Vinci/Navajo) unter Marie Fischer. Erst seit gut zwei Monaten ist der Vierjährige unter dem Sattel. Six kommentierte: „Der Sieger hat eine unglaubliche Dynamik. Die Grundgangarten sind taktvoll mit Höhepunkten im Trab, schwungvoll mit vielen Möglichkeiten aus der Schulter und gut mittretender Hinterhand.“

Jungzüchter: Von den Großen lernen

Bereits morgens früh um 8 Uhr standen am Feiertag 14 Jungzüchter zum 5. Jungzüchterwettbewerb der PZG Holledau parat. Beeindruckend war das Miteinander der Sechs- bis 19-Jährigen. Die Älteren nahmen die Jüngeren mit hinein in die Gemeinschaft und gaben ihnen Tipps. In drei Altersklassen (AK) traten die jungen Leute in den Teilbereichen Pferdebeurteilung, Mustern und Theorie gegeneinander an. Die Jüngsten in der AK I (bis 11 Jahre) waren mit sechs Teilnehmern die größte Gruppe. Hier gewann die elfjährige Luisa Härtl knapp vor der erst sechsjährigen Anika Schwarz, die zwar noch nicht lesen und schreiben kann, in der Theorie aber spitze war. Bianca Schwarz setzte sich unter den fünf Teilnehmern der AK II (12 bis 15 Jahre) an die Spitze. Die Dreizehnjährige war in allen drei Teilbereichen sehr gut. Bei den Ältesten der AK III (ab 16 Jahre) verteidigte Vanessa Zeller (19 Jahre) ihren Sieg vom Vorjahr. Das Geschwisterduell Schwarz entschied heuer Franziska vor ihrem Bruder Philipp für sich.

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