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Seuchen

Afrikanische Schweinepest - auf den Krisenfall vorbereiten

Wildschwein
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
20.11.2017

Am Dienstag startet unter Leitung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft eine Krisenübung zur Afrikanischen Schweinepest.

Mit einer gemeinsamen Übung bereiten sich Bund und Länder auf den möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland vor. Ziel der Krisenübung ist die Optimierung der Kommunikation zwischen Bund und Ländern über tierseuchenrelevante Daten. Diese Kommunikation erfolgt über Lageberichte, die auf allen Ebenen der Verwaltung verwendet werden und so für eine lückenlose Information sorgen sollen.

Geübt wird die Abfassung des Berichtes für einen Fall von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen. Die mitübenden Länder (voraussichtlich alle) legen den Fundort für das infizierte Wildschwein fest und planen die erforderlichen Restriktionsgebiete (gefährdeter Bezirk und Pufferzone) unter tierseuchenrechtlichen und jagdrechtlichen Erfordernissen. Diese Gebiete sind bei Krankheiten der Wildtiere deutlich größer als bei Seuchen der Haustiere und die Übung wird die Dimension der erforderlichen Sperrmaßnahmen deutlich machen.

Der gefährdete Bezirk kann auch bei nur einem Nachweis von ASP bei einem Wildschwein schon einen Radius von 10 bis 15 Kilometern haben. In diesem Bezirk wird nach weiteren verendeten Wildschweinen gesucht, um festzustellen, wie weit die Seuche bereits vorgedrungen ist.

Die Zusammenarbeit mit den Jagdausübungsberechtigten der betroffenen Jagdreviere ist dabei essentiell, denn sie kennen das Revier und das Verhalten der Wildschweine in dem Revier. Die dabei aufgefunden Tiere können eine Anpassung des Gebietes erforderlich machen.

Kontrolle der Hausschweine

In dem gefährdeten Bezirk werden auch Hausschweine als gefährdet angesehen und kontrolliert. Der Handel mit Schweinen aus diesem Bezirk ist nur unter Auflagen möglich, die diese Tierhaltungen wirtschaftlich sehr belasten, die aber notwendig sind, um die Hausschweinebestände zu schützen.

Die Pufferzone ist ein den gefährdeten Bezirk umgebendes Gebiet, in dem noch keine Seuche nachgewiesen wurde. In diesem Gebiet werden Wildschweine intensiv bejagt. Auch dies kann nur bei guter Zusammenarbeit mit den Jägern erfolgreich sein.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erstellt aus den Berichten der Länder ein Lagebild für Deutschland, das Grundlage für weitere Entscheidungen und für die Information der Mitgliedsstaaten ist.

Die Berichte der Länder gehen beim BMEL und beim Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, dem Friedrich-Loeffler Institut, im Laufe des 21. November 2017 ein, die Auswertung erfolgt bis zum 28. November.

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