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Eiweißalternativen

Algen- und Insektenprodukte – das Eiweiß der Zukunft?

Insektenforschung
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
13.07.2018

Sowohl Algen als auch Insekten besitzen das Potenzial als Alternative in der Tierfütterung eingesetzt zu werden.

Vor drei Jahren startete das interdisziplinäre Forschungsprojekt „Sustainability Transitions
in der Lebensmittelproduktion: Alternative Proteinquellen in soziotechnischer Perspektive“
mit starkem Nachhaltigkeitsbezug in Göttingen. Im Mittelpunkt stand die Suche
nach nachhaltigen Proteinquellen für die Human- und die Tierernährung.

Für die menschliche Ernährung wurden Mikroalgen, für die Fütterung von Nutztieren auch Insekten
in den Blick genommen. Vergangene Woche wurde in einem Abschlussworkshop
im Kreishaus Osnabrück Bilanz gezogen und die Ergebnisse der breiten Öffentlichkeit
vorgestellt.

Die Ergebnisse des Forschungsprojekt „Sustainability Transitions in der Lebensmittelproduktion" zeigen, dass sowohl Algen- als auch Insekten das Potenzial besitzen als Alternative in der Tierfütterung eingesetzt zu werden. „Bei den Landwirten und Herstellern ist mittlerweile ein Problembewusstsein für die Sicherstellung einer Versorgung mit nachhaltigen Futtermitteln vorhanden“, fasst Projektleiterin Dr. Ramona Weinrich von der Uni Göttingen zusammen.

Die Akteure stehen jedoch noch vor zahlreichen Herausforderungen: Neben rechtlichen Barrieren, speziell beim Einsatz von Insekten in der Tierernährung, besteht die Notwendigkeit, genügend große Mengen zu einem wettbewerbsfähigem Preis im Vergleich zu Soja zu produzieren.

Lebensmittel zur Unterstützung einer fleischreduzierten Ernährung auf Algenbasis sucht man im Lebensmitteleinzelhandel gegenwärtig noch vergebens. Im Projekt wurden jedoch erste wichtige Erkenntnisse dazu erarbeitet, wie derartige Produkte aussehen und schmecken sollte. Gefüllte Pasta sind vielen Konsumenten bereits vertraut und somit besonders erfolgversprechend. „Gegenwärtig werden in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich verschiedene Geschmacksrichtungen getestet, um die Vorlieben der Verbraucher im Ländervergleich aufzuzeigen und potenziell interessierten Unternehmen Anhaltspunkte für die weitere Produktentwicklung zu geben“, so Weinrich.

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