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Milchabsatz

Anbindehaltung: Wie ist Position des Handels?

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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
05.12.2018

Bauernpräsident Heidl sieht die zumeist kleinstrukturierten Betriebe mit Anbindehaltung in Gefahr und hat sich nun direkt an Aldi und Lidl gewandt.

In Bayern halten rund die Hälfte der mehr als 30.000 Milchviehbetriebe ihre Tiere in Anbindehaltung. Diese häufig kleinstrukturierten Familienbetriebe sind durch Aktivitäten des Lebensmitteleinzelhandels und einzelner Molkereien bedroht.

Auslöser dafür sind Pläne einzelner Marktakteure, nach Haltungsform differenzierte Milchpreise zu bezahlen sowie aktuelle Fragebögen von Aldi Nord und Aldi Süd, in denen sich die Molkereien zur Anbindehaltung erklären sollen. Bereits im vergangenen Jahr hatte Aldi alle relevanten Lieferanten für Milch- und Molkereiprodukte zu einem Ausstieg aus der Anbindehaltung befragt. Durch die erneute Abfrage im Oktober zum aktuellen Stand der ganzjährigen und saisonalen Anbindehaltung hat die Diskussion in der Branche wieder an Dynamik gewonnen.

Nicht zuletzt deshalb sorgen sich bayerische Milchviehbetriebe mit dieser Haltungsform, dass ihre Milch in naher Zukunft mit Preisabschlägen versehen oder gar nicht mehr abgeholt wird. Durch die steigenden Anforderungen und immer engeren Rahmenbedingungen, die deutlich über das gesetzliche Maß hinausgehen, steigt der Druck auf die landwirtschaftlichen Familienbetriebe enorm. Deshalb hat der BBV jetzt erneut bei den Verantwortlichen nachgefragt und erwartet klare und konkrete Antworten.

Bereits im Januar hatte sich der BBV mit den beiden baden-württembergischen Bauernverbänden und den Ministerien beider Bundesländer in einer gemeinsamen Erklärung zur Anbindehaltung in Süddeutschland positioniert. Die Kreisobmänner des Bayerischen Bauernverbandes haben diese Position bei ihrer Tagung im Oktober bekräftigt.

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