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Salmonellenskandal

Anklage gegen Ex-Chef von Bayern-Ei

Gerd Kreibich, Wochenblatt
am
12.01.2017

Regensburg/Opf. - Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat jetzt Anklage erhoben gegen den ehemaligen Chef des Unternehmens Bayern-Ei, Stefan Pohlmann. Ihm werden gefährliche Körperverletzung sowie Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen.

Eier im Karton

Auf der Liste der Staatsanwaltschaft stehen dazu noch das vorsätzliche Inverzehrbringen von gesundheitsschädlichen Lebensmitteln, das unerlaubte Betreiben einer Anlage und Tierquälerei. Käme es zu einer Verurteilung wegen dieser Vorwürfe, dann müsste Pöhlmann wohl mit einer mehrjährigen Haftstrafe rechnen.

Das Unternehmen Bayern-Ei geriet in die Schlagzeilen, nachdem aus Bayern-Ei-Betrieben in Niederbayern offenbar mit Salmonellen verseuchte Eier europaweit in den Handel gekommen waren. In der Folge kam es in einigen Ländern zu vielen Erkrankungsfällen, mindestens ein Todesfall in Österreich wird ursächlich den verseuchten Eiern zugeschrieben. Stefan Pöhlmann wurde wegen der Vorwürfe bereits einige Monate in Untersuchungshaft genommen, er kam später aber wieder frei. Die Unternehmensführung hatte er in dieser Zeit bereits abgegeben. Die angeklagten Vorfälle sollen sich im Jahr 2014 zugetragen haben, aufgedeckt wurden sie durch Medienberichte im Jahr 2015. Besonders gravierend stellen sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft die Vorwürfe auch deshalb dar, weil aus den niederbayerischen Pöhlmann-Anlagen Eier noch ausgeliefert wurden, als der Salmonellenbefall bereits bekannt war. Im Zuge der Ermittlungen gegen Bayern-Ei gab es auch immer wieder schwere Vorwürfe wegen der Ansicht von Kritikern, die Kontrollen der Pöhlmann-Betriebe durch die zuständigen Veterinärämter seien unzulänglich. Kritisiert wurde auch, dass es keine Warnung der Bevölkerung gab, obwohl bekannt wurde, dass die verseuchten Einer in den Verkehr gebracht worden waren. Zu Ermittlungen kam es auch gegen zwei Veterinäre: Sie wurden vom Dienst suspendiert, nachdem sich herausgestellt hatte, dass sie das Unternehmen Bayern-Ei vor Kon-trollen gewarnt hatten.

Mittlerweile hat das zuständige Umweltministerium gehandelt: in Absprache mit den Landkreisen wurde eine zentrale Behörde geschaffen, die Lebensmittelbetriebe ab einer gewissen Größe beaufsichtigen soll.

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