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Tierschutz

Wieder ein Bauer am Pranger

Klauenpflege
Helga Gebendorfer
am
01.06.2017

Pfaffenhofen a. d. Ilm/Obb. - Ein Landwirt wird durch illegales Video mit dem Vorwurf der Tierquälerei konfrontiert

Keinen leichten Stand hat im Moment ein Landwirt aus dem Pfaffenhofener Landkreis. Denn über ihn, seine Familie und auch über den Bayerischen Bauernverband ist ein regelrechter Shitstorm hereingebrochen. Der Anlass: Am Dienstag vergangener Woche wurde von der Tierrechtsorganisation Peta per Facebook ein Video veröffentlicht, das innerhalb kürzester Zeit das Interesse der Öffentlichkeit geweckt hat und bisher mehr als 2,5 Mio. Mal aufgerufen wurde.

Auf dem besagten Video sind zwei Personen zu sehen, die mit einem Stock auf Rücken und Kopf eines Rindes in einem Klauenpflegestand schlagen. Diese Bilder wurden zusammengeschnitten und stellen damit nur eine Kurzfassung dar. Dadurch wird die Situation verzerrt dargestellt. In Wirklichkeit dauert das Video fast sechs Minuten und lässt den Vorgang in einem anderen Licht erscheinen. Wer das Video gemacht hat, ist bis jetzt nicht bekannt.

Nachfolgend stellte sich heraus, dass das Videomaterial illegal vom Nachbargrundstück aus aufgenommen und Peta zugespielt wurde. Aus diesem Grund führte auch eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Ingolstadt vergangenen Freitag zum Erfolg, die erwirkte, dass Peta das Video verpflichtend aus dem Netz nehmen musste, was tatsächlich dann auch geschehen ist. Die Organisation will gegen diese Entscheidung keinen Widerspruch einlegen und räumt indirekt damit ein, dass das Video nicht rechtens war. Peta hat bei der Staatsanwaltschaft Ingolstadt Strafanzeige gestellt und derzeit wird die Sachlage in Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt geprüft. Entscheidend wird vermutlich sein, wie schwer die mutmaßliche „Misshandlung“ war, und ob gewisse „Schwellen“ überschritten worden sind.

Mit Animal Peace hat eine weitere Tierrechtsorganisation sogar den Namen und die Kontaktdaten des Landwirts über Facebook gepostet mit der Aufforderung, sich an ihn zu wenden. Auch dagegen konnte beim Landgericht Ingolstadt eine einstweilige Verfügung erwirkt werden.

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