Login
Wolfsmanagement

Die Bauern nicht alleine lassen

Elisabeth Jahrstorfer, Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt
am
02.02.2017

München - Nur wenigen Tieren gelingt es, die Gemüter so zum Kochen zu bringen, wie dem Wolf. Momentan ist er wieder in aller Munde. Bisher streifen nur einzelne Tiere durch Bayern. Doch sicher ist, es werden mehr. Und sicher ist auch, Bayern ist auf die Rückkehr nicht gut vorbereitet.

Tatsache ist, der Wolf ist ein in der EU streng geschütztes Tier. Die meisten unserer Nachbarn haben sich zu ihm bekannt und die Populationen wachsen. Von dort wandern Wölfe nach Bayern ein und werden sich die leichte Beute auf den Weiden holen, wenn Schutzmaßnahmen fehlen.

Schutzmaßnahmen sind teuer. Herdenschutzhunde zu halten ist nicht einfach. Bei all dem dürfen Landwirte nicht alleine gelassen werden. Sie brauchen Geld und Beratung. Landwirtschaftsverwaltung und Naturschutz müssen dabei an einem Strang ziehen.

Es ist höchste Zeit, ein umfangreiches Förderprogramm zu schaffen wie es andere Bundesländer bereits haben. Dies fordern alle Fraktionen in ihren Anträgen, die derzeit im Bayerischen Landtag beraten werden. Denn es gilt, die extensive Weidewirtschaft zu erhalten. Sie steht für die Pflege von Naturschutzflächen, den Erhalt alter Nutztierrassen, für eine besondere Fleischqualität und nicht zuletzt für den Erhalt vieler kleiner landwirtschaftlicher Betriebe.

Und wenn nötig, dann muss ein „Problemwolf“ auch abgeschossen werden dürfen. Das erlaubt das Gesetz und wird in anderen Ländern auch so gehandhabt. Denn je mehr Angst der Wolf vor dem Menschen hat, umso weniger nähert er sich und umso weniger Probleme macht er.

Besonders problematisch ist der Wolf im Berggebiet. Die Freiweide, wie sie derzeit betrieben wird, ist mit dem Wolf nicht möglich. Die Sorgen der Almbauern sind ernst zu nehmen. Für sie müssen mit Hilfe vorhandener Erfahrungen praktikable Lösungen erarbeitet werden – und zwar jetzt.

Auch interessant