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Milchstallausrüstung

Der beste Kompromiss für alle

Fütterungs-Computer
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Max Riesberg, Wochenblatt
am
24.10.2017

Beim Einrichten des neuen Stalls stand Familie Eirenschmalz vor einer wichtigen Entscheidung: Melk- oder Fütterungsroboter?

Als bei Familie Eirenschmalz aus Burggen im Landkreis Weilheim-Schongau 2014 die Planung des neuen Stalls anstand, waren sich Vater und Sohn zunächst  in einer Frage gar nicht einig: „Melkroboter oder Fütterungsroboter?“ Anton junior wollte von Anfang an ein automatisches Fütterungssystem anschaffen, doch Anton senior war davon wenig überzeugt.

Das ist heute ganz anders. Beide möchten ihren Fütterungsroboter nicht mehr missen. „Jetzt kann einer die gesamte Stallarbeit auch mal ganz alleine schaffen. Und wir sind viel flexibler bei der Arbeitseinteilung geworden, abgesehen von den Melkzeiten“, sagt der 63-jährige Betriebsleiter.

Sein 25-jähriger Sohn, der nun im kommenden Jahr den Hof übernehmen soll, ergänzt: „Fakt ist doch, dass ein schlagkräftiger Melkstand in der Anschaffung billiger kommt, als ein Melkroboter. Unsere 60 Milchkühe haben wir in einer guten Stunde gemolken. Die ganze Futterwirtschaft nimmt viel mehr Zeit in Anspruch. Jetzt muss ich nur die Vorratsbehälter befüllen und habe dann wieder eine Zeit lang meine Ruhe.“

Hinzu kommt, dass Familie Eirenschmalz, die vor dem Januar 2016 ihre 40 Milchkühe im Anbindestall gehalten hat und die Futtervorlage bis dato per Ladewagen und mit der Hand lief, ohnehin  in eine völlig neue Fütterungstechnik hätte investieren müssen. „Für uns war das wirklich die bessere Entscheidung“, bestätigt Anton Eirenschmalz senior.

Fünfmal legt der Roboter vor

Fütterungs-Computer

114.000 € netto inklusive Montage und zwei Kraftfuttersilos hat die Anlage gekostet. Wichtig war den Milchviehhaltern vor allem eine einfache Technik, die einfache Schienenführung und ein beidseitiger Futterauswurf. „Man braucht die Anlage nur einmal programmieren und dann läuft es“, erklärt Anton junior. Auf 41 kg Frischmasse pro Kuh und Tag sowie 2,5 kg Dürrfütter (Heu und Stroh) und 1.800 g Kraftfutter inkl. Mineralfutter ist die Milchviehration derzeit ausgelegt. Bis maximal
1,5 kg Ausgleichsfutter können sich die Tiere dann noch abholen.

Fünfmal legt der Roboter der Rotbunt- und Fleckviehherde auf der Kuhseite das frische Futter vor. „Auf der Jungviehseite reicht zweimal füttern am Tag völlig aus“, sagt der Jungbauer und fügt hinzu: „Wir haben alles ausprobiert. Viermal füttern bei den Kühen war zu wenig, sechsmal übertrieben.“

Zusätzlich wird das Futter auf dem drei Meter breiten Futtertisch um 12 Uhr mittags und um 21.30 Uhr nachgeschoben. In der Nacht steht die Anlage. Bis 6 Uhr morgens ist dann Ruhe.

Mehr Ruhe herrscht auch bei den Tieren im geräumigen Laufstall, der 71 Hochboxen für das Milchvieh bietet. „Manche Kühe stehen gar nicht mehr auf, wenn der Roboter durchfährt oder laufen nach dem Melken gleich zum Futtertisch. Die wissen genau, dass sie auch noch etwas später ihre Ration abholen können. So kommen auch die Rangniederen viel besser zum Zug. Das wirkt sich allgemein positiv auf die Tiergesundheit aus“, schildert Anton junior.

Der Roboter mischt zu vollster Zufriedenheit und bringt das Futter auch auf das Kilo genau aus. Für die Kraft- und Mineralfuttercharge muss von Zeit zu Zeit eine Kalibrierung vorgenommen werden, da die Mengenanteile im Gesamtfutter zu gering sind. Die Ration wird weniger ausselektiert, seit man auf mehliges Kraftfutter umgestiegen ist.

„Wir haben den besten Kompromiss zwischen dem Komfort für unsere Tiere und für uns selbst getroffen“, sind sich Vater und Sohn heute einig. Und spätestens wenn sich Anton senior auf sein Motorrad schwingt und nicht mehr an die Stallarbeit denken muss, weil sein Sohn daheim alles im Griff hat, dann bleibt auch für ihn kein Zweifel mehr an der Investition in den neuen Fütterungsroboter und ein großes Stück Lebensqualität für alle.

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