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Untersuchung

Bienensterben: Das sind die Ursachen

Biene auf Blüte
aiz
am
12.07.2017

Linz - Dem Pflanzenschutz die alleinige Schuld am Bienensterben in die Schuhe zu schieben, ist zu kurz gegriffen. Viele Faktoren wirken zusammen.

Laut aktuellem Wissensstand haben mehrere Faktoren einen großen Einfluss auf die Vitalität der Honigbiene. Zum einen die Varroamilbe und die damit in engem Zusammenhang stehenden diversen Virenarten, zum anderen das abnehmende Angebot an vielseitigen und hochwertigen Pollen vor allem zwischen Ende Juni und Ende September, dann der Klimawandel, verschiedene Wirkstoffe im Pflanzenschutz und deren Kombinationen sowie eine unzureichende beziehungsweise fehlende Begleitmaßnahme in der Völkerführung durch die Imker. Diese fachliche Expertise gab Peter Frühwirth, Experte der Landwirtschaftskammer OÖ, beim zusätzlichen Unterausschuss Landwirtschaft zum Thema Bienen in Linz.


"Diese fachliche Aufbereitung zeigt uns, dass es ganzheitliche Maßnahmen zum Bienenschutz braucht. Die Bedeutung der Landwirte als Partner unserer Bienen ist hoch - hier gilt es die Vielfalt bewusst zu fördern. Doch auch die Gemeinden und die Bürger können mit der Anlage von Blühflächen gezielte Unterstützung bieten. Biodiversität ist auch in Hausgärten und bei Gemeindeflächen ein bedeutendes und einfach umzusetzendes Thema", erklärte Agrarlandesrat Max Hiegelsberger und verwies dabei auf die seit 2016 herausgegebene Broschüre "Blühender Lebensraum - Für eine bienenfreundliche Gemeinde" sowie die speziell entwickelten Blühmischungen, die die Vielfalt an blühenden Pflanzen in Oberösterreichs Gemeinden steigern sollen.

"Das Zentrum für Bienenwirtschaft und Biodiversität wird im Herbst 2017 starten. Auch in der Personalauswahl wurde die Vielfalt dieser Thematik berücksichtigt, die fachliche Expertise reicht von der Biene bis zur Biodiversität. Wir setzen gezielt Schwerpunkte im Bereich der Beratung, Bildung, Information und Wissensvermittlung. Unser Ziel ist es, neues Wissen zu erschließen. Die Hauptaufgabe liegt in der Beratung und dem Management der Vernetzung von Landwirtschaft, Imkerei, Behörden, Gesellschaft und der Pädagogik", kündigte Hiegelsberger an. Mit der in dieser Form in Österreich einzigartigen neu eingerichteten Anlaufstelle gibt es künftig einen kompetenten Ansprechpartner in Oberösterreich. (Schluss)

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