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Brucker Schlachthof schließt

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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
10.05.2017

München - "Aus für den Schlachthof Fürstenfeldbruck", so tituliert die Süddeutsche Zeitung die Schließung des Schlachtbetriebes, an dessen Ende die Zeitung nicht ganz unbeteiligt war.

Auf der Homepage des Brucker Schlachthofes ist von den jüngsten Ereignissen noch nichts zu sehen. Dort lächelt die Mannschaft des Betriebes in weißen Schürzen den Besuchern der Seite entgegen. Und es ist zu lesen, dass die gut ausgebildeten Metzgermeister und -gesellen motiviert durch das Bewusstsein um die Eigenverantwortung im Umgang mit den Tieren und dem hochwertigen Lebensmittel Fleisch eine hervorragende Schlachtqualität garantieren. Doch das ist nun Geschichte: Der Verwaltungsrat hat beschlossen, den Betrieb zu schließen. Die Mitarbeiter sind entlassen.

Grund für diese Entwicklung sind Vorwürfe der Soko Tierschutz. Sie beruft sich dabei auf Videomaterial, das über mehrere Monate hinweg heimlich in der Schlachterei gedreht wurde. Es soll grobe Gewalt, systematische Rechtsbrüche und massive Probleme bei der Betäubung von Schweinen und Rindern zeigen, wie die Tierschutzorganisation schreibt. Die Vorwürfe wurden unter anderem vom Bayerischen Rundfunk und von der Süddeutschen Zeitung aufgegriffen und kampagnenartig breitgetreten.

Der Brucker Schlachthof räumte ein, dass die Filme in seinem Betrieb angefertigt wurden und dass es wohl Verfehlungen der Mitarbeiter gegeben hat.

Besonderen Zündstoff erhält der Fall dadurch, dass der Schlachthof Biotiere geschlachtet hat. Nach Angaben des Bayerischen Rundfunks hat er unter anderem für Bioland, Naturland und die Marken "Unser Land", "Hofpfisterei-Landfrau" und "Alnatura" gearbeitet.

Tierschützer wollen Systemwechsel

Die Soko Tierschutz gibt sich mit der Schließung noch nicht zufrieden. Sie will mehr: „Dass der erste in Deutschland aus Tierschutzgründen geschlossene Schlachthof ein Schwerpunkt der Biobranche und viel gelobter Musterbetrieb war, stellt das komplette System dieser Branche in Frage", schreibt die Organisation in einer Pressemitteilung. Was unterm Strich nichts anderes bedeutet, als dass ihr die gesamte Nutztierhaltung ein Dorn im Auge ist.

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