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Dürrehilfe - Erschwernis für Milchviehhalter

Futerband im Milchviehstall
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
07.11.2018

Da die Milchmarktkrise 2015/2016 zum Referenzzeitraum zählt, kommen die Milchviehhalter bei der Dürrehilfe unbeabsichtigt schlecht weg.

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM e.V. hat nun das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgefordert, die Antragsvoraussetzungen für die Dürrehilfen in diesem Punkt zu überarbeiten.

Im Rahmen des gemeinsamen Dürrehilfeprogramms von Bund und Ländern stellt sich eine Maßgabe der Antragsstellung als Problemfall für die Milchviehhalter dar. Die Milchmarktkrise 2015/2016, die den Milchviehhaltern bereits riesige Verluste beschert hat, sorgt nun dafür, dass ausgerechnet die existenziell gefährdeten Milchviehhalter in vielen Fällen eine wichtige Maßgabe dieses Dürrehilfeprogramms nicht erfüllen können: die Maßgabe, dass nicht mehr als 35 % der Einkünfte aus gewerblicher und nicht landwirtschaftlicher Tätigkeit stammen dürfen. Die 35%-Grenze wird häufig sehr schnell überschritten, da die vorliegenden Buchführungsabschlüsse 2016 für die Milcherzeugung krisenbedingt sehr niedrige Einkünfte bzw. sogar Verluste ausweisen. Auch die Buchführungsabschlüsse 2017 sind wegen des vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahres noch deutlich geprägt von der Krise. 

„Die Begründung dieser Schwelle ist zwar im Sinne eines verantwortungsvollen Umgangs mit Steuergeld durchaus nachvollziehbar und gut gedacht, allerdings führt sie in diesem Fall zu einer eklatanten Benachteiligung der Milchviehhalter“, erklärt BDM-Vorsitzender Stefan Mann. Denkbar wäre beispielsweise, die Regelung dahingehend zu verändern, dass das außerlandwirtschaftliche Einkommen von der Schadenssumme in Abzug gebracht wird. Damit würde man auch weiterhin dafür Sorge tragen, dass die Gelder vor allem die Landwirte erhalten, die von der Landwirtschaft leben, gleichzeitig könnte aber die Benachteiligung der Milchviehhalter vermieden werden.

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