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Sonstige

Ex-Chef von Bayern-Ei in Untersuchungshaft

von , am
20.08.2015

<b>Regensburg</b> – Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat einen Haftbefehl gegen den langjährigen Geschäftsführer des Eier-Produzenten Bayern-Ei erwirkt.

© Thorben Wengert / pixelio.de
Der zuständige Ermittlungsrichter sah für den 44jährigen Stefan Pohlmann Fluchtgefahr als gegeben an, Pohlmann wurde deshalb verhaftet.
Die Ermittler legen Pohlmann zur Last, in seiner Verantwortung habe Bayern-Ei vorsätzlich salmonellenbelastete Eier verkauft. Nach deren Verzehr seien in Österreich von Juni bis September 2014 fast 80 an einer Magen-Darm-Entzündung erkrankt, ein 94jähriger Mann vestarb. Pohlmann wird deshalb der gefährlichen Körperverletzung in 77 Fällen und der Körperverletzung mit Todesfolge in einem Fall beschuldigt.
Stefan Pohlmann hat die Geschäftsführung von Bayern-Ei nach Angaben der Staatsanwaltschaft vor einigen Tagen niedergelegt . In seiner aktiven Zeit in der Geschäftsführung soll er Abnehmer in über 25 Fällen über den Zustand der von seinem Unternehmen gelieferten Eier getäuscht haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Pohlmann gewusst habe, dass die Eier verdorben und verseucht waren. Trotzdem habe Bayern-Ei sie als Güteklasse A ausgeliefert und damit zum unmittelbaren menschlichen Verzehr freigegeben.
Stefan Pohlmann drohen im Falle einer Verurteilung hohe Strafen: für Körperverletzung mit Todesfolge kann das Strafmaß bis zu 15 Jahre Haft bedeuten, gewerbsmäßiger Betrug ist mit Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zehn Jahre bewehrt. Die Landratsämter Straubing-Bogen und Deggendorf hatten Anfang August in Abstimmung mit dem Verbraucherschutzministerium den Verkauf von Eiern aus den Ställen in Aiterhofen und Aholming an Nahrungsmittelproduzenten verboten. Das Unternehmen selbst wollte keine Stellungnahme abgeben.  (gk)
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